Beschreibung:
Die norwegische Luftwaffe (RNoAF) kaufte 1953 sechs Bell
47D-1 für die Seenotrettung. Die Hubschrauber wurden zunächst an die Firma
Ostermans Aero in Stockholm ausgeliefert, wo die Ausbildung der norwegischen
Piloten stattfand. Am 09.April 1953 trafen die ersten vier Hubschrauber in
Fornebu/Oslo ein, Am 13.April 1953 wurden sie nach Sola/Stavanger verlegt, wo
sie Teil der 333skv werden sollten und dementsprechend Kennungen bekamen die
mit der Staffelkennung KK bekamen. Doch kurz darauf fiel die Entscheidung die
Hubschrauber auf mehrere Standort zu verteilen und eigene Einheiten
(helikopterseksjoner) zu bilden, zuerst in Sola und Gardermoen. Nach dem Kauf zweier
weiterer Bell 47 diesmal von der neueren G-Version, wurden die Hubschrauber ab
01.Mai 1954 auch in Ørland und Bodø stationiert.
Folgende Einheiten (H/K-seksjon) wurden gebildet:
7201 Gardermoen, ab
Mai 1954 Rygge
7202 Sola/Stavanger
7203 Ørland
7204 Bodø
Im Oktober 1957 wurden sie mit den
Kommunkationsverbänden zusammengelegt. Im Januar 1966 und April 1967 gingen die
Einheiten jeweils in den Staffeln 719 und 720 auf.
Die Bell 47 Flotte verzeichnete zahlreiche Unfälle und
Abstürze. Eine Bell 47G wurde im Dezember 1954 in den USA gekauft und drei in
Italien gebaute Agusta-Bell 47J 1958/59 und weitere zwei AB 47J-2 im November
1960.
Die Bell 47 wurden im Oktober 1967 außer Dienst
gestellt, bis auf zwei Exemplare die bei der 720skv für Trainingszwecke verblieben.
Die in Gardermoen ausgestellte Maschine KK-R traf am
13.04.1953 in Sola/Stavanger. Am 14.November 1953 stürzte der Hubschrauber zum
ersten Mal ab, bei einem Testflug von Sola. Die zwei Besatzungsmitglieder
blieben unverletzt und die Maschine wurde zur Reparatur nach Horten geschickt.
Am 22.Mai 1954 ging die Maschine nach Ørland. Am 28.04.1956 stürzte die
Maschine ein zweites Mal ab. Der Hubschrauber war mit Material zu einer
Funkstation am Breiskarfjell. Beim Versuch die Ladung abzuwerfen, wurde er von
einer Windböe erfaßt und in Folge dessen berührte der Hauptrotor den Boden. Der
Helikopter wurde schwer beschädigt, doch die Besatzung blieb unverletzt. Die
Maschine wurde erneut in Horten instandgesetzt und am 20.Juni 1956 traf die
Maschine in Rygge ein. In den folgenden Jahren wurde die Maschine sowohl in
Sola, Rygge als auch Ørland geflogen. Am 27.01.1956 stürzte die Maschine in
Diensten der 7192 H/K-seksjon zum dritten Mal ab. Auf dem Weg nach Horten
geriet die Besatzung in schlechtes Wetter und beim Versuch Telefonleitungen
auszuweichen kam es zu einem Strömungsabriß und die Maschine fiel aus mehreren
Metern Höhe direkt auf den Boden. Der Hauptrotor berührte dabei den
Heckausleger, welcher darauf abbrach. Die Besatzung blieb glücklicherweise wieder
einmal unverletzt. In Horten wurde die Maschine ein weiteres Mal repariert. Am
20.Mai 1959 waren die Arbeiten abgeschlossen und am 25.Mai 1959 wurde die
Maschine nach Sola überführt. Sola blieb die Heimat der KK-R für einige Jahre,
abgesehen von einer Stationierung in Bodø vom 07.November 1960 bis 21.05.1961.
1961 bekamen alle Bell 47 neue Kennungen die mit BE begannen. Die KK-R wurde in
BE-D umbenannt. Am 01.Januar 1967 wurde die 720skv aufgestellt und bekam die
BE-D zugeteilt und die Kennung wurde in JT-M geändert. Am 13.Februar 1968 wurde
die Maschine nach knapp 6100 Flugstunden außer Dienst gestellt und an A/S
Flygtransport verkauft. Am 19.Februar übernahm die Firma die Maschine und die
Zulassung in das norwegische Luftfahrzeugregister erfolgte mit der Kennung
LN-ORM am 05.April 1968. Im März 1970 stürzte die Maschine auf den gefrorenen
See Mjøsa und wurde anschließend an Trans Polar A/S verkauft. Im November 1970
wurde die Maschine an Helilift AS verkauft und 1972 wurde sie gegen eine andere
Bell 47 der RNoAF ausgetauscht wurde, um sie Museumszwecken zuzuführen. Am
03.Mai 1972 traf die KK-R in Gardermoen ein.