Eckernförde - Auf die Sekunde genau um 14 Uhr fliegen zwei Tornados des Aufklärungsgeschwaders 51 "Immelmann" über die Eckernförder Bucht. Mit ihrem Überflug beginnt die eindrucksvolle Demonstrationsübung zum Auftakt von EUROPEAN CHALLENGE 05. Bei blauem Himmel und Sonnenschein verfolgen nicht nur der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Peter Struck, sondern auch alle Inspekteure der Bundeswehr und viele hochrangige Gäste aus dem In- und Ausland eine Evakuierungsübung der Extraklasse.
Live erleben sie anderthalb Stunden lang, was sich hinter dem Schlagwort "joint" verbirgt. Luftwaffe, Heer, Marine, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst führen vor, wie sie gemeinsam deutsche und andere EU-Staatsbürger aus einem Krisengebiet evakuieren. Realitätsnah verfolgen die Zuschauer, dass nur die Verzahnung der unterschiedlichen Fähigkeiten zum Erfolg – also zur Rettung der Zivilisten - führt.
Während die TORNADOs der Luftwaffe und der "flüsternde Riese" BREGUET ATANTIC das Evakuierungsgebiet aus der Luft aufklären, patroulliert die Fregatte NIEDERSACHSEN vor der Küste. Schnellboote sichern den Zugang zur Bucht. Minen müssen geräumt werden. Kurze Zeit später setzt ein Uboot Kampfschwimmer aus, die einen Strandabschnitt sichern. Gleichzeitig setzen eine TRANSALL, der Einsatzgruppenversorger FRANKFURT und ein Hubschrauber vom Typ SEA KING Spezialisten der Division Spezielle Operationen (DSO) ab. Fahrzeuge wie DINGOs, WIESEL, WOLF und MUNGO fahren am Strand vor. Bis ins kleinste Detail ist in diesem Szenario eine reale Situation nachgestellt. Selbst die Kampfmittelspürhunde, die am Gepäck der Zivilisten schnüffeln, fehlen nicht.
In der Luft, am Boden und im Wasser wird alles getan, um die in Not geratenen Bürger schnell und sicher zu evakuieren. Und den Beobachtern der Übung wird klar: Das ist nur durch die Bündelung der Fähigkeiten der einzelnen Teilstreitkräfte möglich.
EUROPEAN CHALLENGE 05 ist Trendsetter für künftige Übungen. Bereits bei seiner Begrüßung hatte der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, darauf hingewiesen: "Es gibt eine neue Qualität der Einsatzvorbereitung und damit konsequenterweise auch für Übungen." Gerade in der Ausbildung müssten die Prinzipien streitkräfteübergreifend, vernetzt und multinational geübt werden. Für die Luftwaffe war die Demonstrationsübung in Eckernförde ein ganz besonderer Höhepunkt: die Manöverpremiere des EUROFIGHTERs um 14.08 Uhr. Für viele Gäste war es das erste Mal, dass sie den EUROFIGHTER überhaupt sehen konnten. "Die Luftwaffe hat bereits beim Auftakt zu EUROPEAN CHALLENGE eindrucksvoll ihr Fähigkeitsspektrum demonstriert", so Oberst i.G. Peter-Michael Sommer, der als Chef des Stabes des Kommandos 3. Luftwaffendivision selbst vor Ort in Eckernförde war. Selbst Themen wie die Luftraumüberwachung durch AWACS und Erfolgskontrolle der Operation durch Aufklärungs-TORNADOs konnten die Gäste in Eckernförde hautnah erleben: Zum Abschluss der Demonstration überflog eine AWACS in 1.500 Fuß den Strandabschnitt und TORNADOs lieferten den Bildbeweis für die gelungene Evakuierung der deutschen Staatsbürger aus der Gefahrensituation (Quelle: Luftwaffe.de)