Kann ein Panzer schwimmen? Können 30 Tonnen Stahl und Aluminium oberhalb der Wasserlinie bleiben? JA! Und das schon seit einigen Jahrzehnten. Die ersten sowjetischen schwimmfähigen Panzer wurden mit der T-30 - T-40 Serie entwickelt. Während des zweiten Weltkrieges wurden die Prioritäten allerdings eher auf andere Panzer gelegt, die allen bekannt sein dürften. So entstand erst Anfang der fünfziger Jahre wieder ein Schwimmpanzer unter der Bezeichnung PT-76 (Plawajustschij Tank).
Seine Schwimmfähigkeit machte Ihn primär zum Ausrüstungsgegenstand der sowjetischen Flotten. Doch auch als leichter Universalpanzer hielt er Einzug in die Armeen der Warschauer Vetragsstaaten. Die NVA der DDR beschaffte an 1956 den PT-76 und seine Weiterentwicklung den PT-76B.
Der PT-76B wurde grundlegend überarbeitet, die Kampfeigenschaften erhöhten sich wesentlich. In der NVA wurden die älteren PT-76 nachgerüstet um halbwegs den neuen Stand zu erreichen.
Wer diesen Panzer als 1/35 Modell bauen möchte hat momentan nur zwei Möglichkeiten. - das Komplett Resin Modell von Armo (Polen), mit knapp 100 € aber nicht wirklich günstig - das Spritzguss Modell von Eastern Express.
Letztes Modell möchte ich hier heute vorstellen. Wer jetzt sagt - genau - muss ich auch haben - da will ich gleich die bittere Pille verabreichen - das Modell ist nicht mehr erhältlich. Nach meinen Informationen ist die Form defekt, es sollen wohl nur einige hundert Modelle abgespritzt worden sein. Nach ca. einem halben Jahr Lieferung war nichts mehr zu bekommen und auch angekündigte Nachfolgemodelle sind nicht erschienen.
Wer also einen Bausatz besitzt, sollte diesen gut behüten oder Top bauen!
Im Karton enthalten sind 4 Spritzrahmen. Rahmen 1 und 2 beinhalten die Korpusunter- und -Oberwanne. Rahmen 3 und 4 sind 2 identische Teile für Laufwerk und Kettenglieder. Die Qualität ist mäßig. Mäßig zum Einen das Abspritzen selbst, dicke Angüsse, Versatz und Fehlstellen. Mäßig zum anderen sind die Details und Kleinigkeiten. Hier ist sicher mehr möglich.
Die Bauanleitung enthält zum ersten Male (für Eastern Express) eine Teileliste und ansonsten durchschnittlich kopierte Blättchen zum Zusammenbauen.
Viele Bausatzhersteller in 1/35 legen Ihren Militärmodellen keine oder ganz kleine Decals bei. Hier stellt Eastern Express eine positive Ausnahme dar. In diesem Falle lassen sich 5 verschiedene sowjetische PT´s darstellen, auch derer Flotten und einer Gardeeinheit. Dass es hierzu keine weiteren Erläuterungen gibt, also Einheit, Stationierung, Jahr, das sind wir ja schon nicht anders gewohnt.
Allerdings lassen sich die Nummern auch (z.B. mit Stencilit Schablonen) spritzen, andere Hoheitszeichen sind auch erhältlich und Farbvorbilder sind obligatorisch. Daher wird dieser PT auch ein NVA PT-76B werden.
Zubehör. Das Ganze hier Beschriebene macht uns nun nicht wirklich froh. Zum Glück gibt es wenigstens einige Zurüstteile. Da ist zum Einen das Geschützrohr von Model Point und die Fotoätzteile von Eduard. Beide sind für ein detailgenaues Modell meiner Meinung nach unerläßlich. Allerdings verstehe ich nicht, warum beim Geschützrohr die Mündungsbremse fehlt. Das ist nicht immer so, und eine Anleitung dazu (mit eventueller Klärung) gibt es nicht.
Auch sehr sinnvoll sind die Metallplättchen von Eduard.
Gitter, Griffe, Haken und Abdeckungen sind in gewohnter Qualität enthalten.
Als letztes gibt es von AEF Designs ein Turmupdate in Resin. Beschreibung: s. unten.
Als literarische Referenz ist mir momentan nur das M-Hobby Heft 6/2002 mit ausführlichen Berichten zum PT-76B Modell und Original bekannt.
Ist man also stolzer Besitzer dieses Bausatzes und der Zurüstteile, dann kann aus diesen Teilen ein wunderbares Modell entstehen!