Die Zeit der Draken bei den österreichischen Luftstreitkräften geht schon bald zu Ende. Höchste Zeit also für einen Besuch. JetJournal hatte kürzlich Gelegenheit zu eben diesem.
Zeltweg in der Steiermark ist sicher vielen ein Begriff aus der Formel 1, denn nur unweit von Zeltweg entfernt befindet sich die Rennstrecke A1. In Zeltweg befindet sich jedoch auch das Hauptquartier des Fliegerregiment 2 (FlR2). Dem FlR2 sind das Überwachungsgeschwader und das Hubschraubergeschwader unterstellt.
Die Aufgaben sind:
-aktive Luftraumüberwachung mit dem Überwachungsgeschwader
-Rettungs-, Versorgungs- und Verbindungseinsätze mit dem Hubschraubergeschwader
Die Hubschrauber befinden sich ständig im Einsatz zur Rettung von Menschen überall dort, wo zivile Rettungskapazität nicht mehr ausreicht.
Das Überwachungsgeschwader besteht aus der 1.Staffel mit Saab
J35OE Draken, stationiert in Zeltweg und der 2.Staffel mit F-5E Tiger,
stationiert in Graz-Thalerhof. Zusätzlich verfügt jede Staffel über 3-4
Saab 105OE zur Ausbildung und als Sparringspartner für die Draken und
F-5E.
Ferner ist sowohl in Zeltweg als auch in Graz die Fliegerwerft 2
(FlWft2) mit einer technischen Kompanie vertreten. In Zeltweg werden
die Draken, Saab 105OE und die PC-7 der Fliegerschule gewartet. In Graz
erfolgt die Wartung der F-5E und der Saab 105OE und die Versorgung
beider Flugplätze wird durch die Fliegerhorststaffel in Graz
sichergestellt.
Das Hubschraubergeschwader besteht aus zwei Staffeln und ist
stationiert in Aigen i.E. und verfügt über Hubschrauberstützpunkte in
Punitz, Schwaz und Klagenfurt.
Das Überwachungsgeschwader wurde als fliegende Komponente des
Luftverteidigungssystems „Goldhaube“ am 15.10.1976 aufgestellt. Von
1976 bis 1988 wurde die Saab 105OE eingesetzt. Diese wurde 1988 durch
die Draken abgelöst. 24 Saab J35OE Draken wurden damals beschafft,
davon waren zum Zeitpunkt unseres Besuches noch 11 flugfähig,
gleichwohl es derzeit nur noch sieben aktive Draken-Piloten im
Geschwader gibt.
Das Überwachungsgeschwader verfügt über 41 Offiziere, 195 Unteroffiziere und 72 Rekruten.
Insgesamt 29 Piloten verrichten in beiden Staffeln ihren Dienst und
fliegen im Schnitt entweder 100 Stunden auf der Draken bzw. F5E,
zusätzlich 30 Stunden auf der Saab 105 und z.T. 30 Stunden auf den PC-7
der Flugschule, hauptsächlich als Fluglehrer.
Aufgabe des Überwachungsgeschwaders: Sicherung und Überwachung
des Luftraumes unseres Bundesgebietes. Also Einsatz jederzeit für
luftpolizeiliche Aufgaben um nach der Ortung von unerlaubt
eingedrungenen Flugzeugen die Identifizierung durchzuführen,
gegebenfalls abzudrängen oder zur Landung zu zwingen.
In Friedenszeiten steht das ganze Jahr über von 08.00-20.00 Uhr eine
Alarmrotte bereit (QRA=Quick Reaction Alert). Zwei Draken plus eine
Reservemaschine (Spare genannt) stehen bewaffnet in einem Shelter in
der Nähe der Startbahn bereit. Ertönt das Alarmsignal dauert es maximal
sieben Minuten vom Einsteigen der Piloten und Starten der Triebwerke
bis zum Start der Rotte. Sitzt der Pilot bereits im Cockpit verkürzt
sich der Vorgang auf zwei Minuten. In besonderen Fällen wird die
Alarmrotte rund um die Uhr vorgehalten und das nicht nur in Zeltweg
und/oder in Graz, sondern bei Bedarf kann die Alarmrotte auch nach Linz
verlegt werden.
Der reguläre Flugbetrieb umfasst Aerobatics, Formationsflüge,
Navigation, das Fliegen nach Instrumenten (IFR) und Nachtflüge, sowie
das taktische Training (ACT/DACT, WVR 2v2, Air Policing). Der Simulator
dient dem Training von Notsituationen und dem Umgang mit dem RADAR.
Die Zukunft:
Die Zeit der Draken neigt sich dem Ende. Ab dem 01.07.2005 werden
die F-5E der zweiten Staffel in Graz die Gestellung der Alarmrotte
übernehmen und im Oktober 2005 soll der Flugbetrieb mit der Draken
eingestellt werden. Das österreichische Bundesheer ist der letzte
militärische Betreiber der Draken auf der Welt. Zwölf F-5E wurden von
der Schweizer Luftwaffe bis 2008 geleast, um die Lücke bis zur
Einführung des Eurofighter 2007 zu überbrücken. Den ersten Eurofighter
soll Österreich im Mai 2007 erhalten und ab 01.07.2008 soll die QRA mit
dem neuen Jet aufgenommen werden.
Die J-35OE Mk2 Draken in Zahlen:
Länge: 15,35 m
Spannweite: 9,40 m
Höhe: 3,89 m
Flügelfläche: 50 m²
Länge: 15,35 m
Leergewicht: 7265 kg
Startgewicht: ~10700 kg
Tragflächenbelastung: ~180 kg / m²
Treibstoff Intern: 2764 Liter / 2210 kg
Treibstoff mit 2 Zusatztanks: 3814 Liter / 3051 kg
Triebwerk: ein Volvo Flygmotor RM 6C
Schub trocken: ~ 5850 kg
Verbrauchtrocken: ~100 Liter/Minute
Schub mit Nachbrenner: ~ 7886 kg
Verbrauch mit Nachbrenner: ~300 Liter/Minute
Startstrecke: ~1.400 m
Landestrecke: ohne Bremsfallschirm ohne ~1700 m; mit mit ~950 m
max. Steigleistung: ~ 200 m / Sek.
max. Höhe: ~ 20400m
Höchstgeschwindigkeit ohne Außenlasten: Mach 2 ( 2100 km/h) in ~11000 m Höhe
Höchstgeschwindigkeit mit 2 x 525 Liter Außentanks und 2 x Sidewinder: ~Mach 1,5