| Geschrieben von René Kurzenberg,
am 30-03-2005 16:21
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Veröffentlicht in : Airshows, 2005 |
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Die Australian International Airshow ist zwar noch eine recht junge Veranstaltung, dennoch hat sie sich bereits etabliert und ist mittlerweile eine der größten Veranstaltungen ihrer Art im pazifischen Raum.
Angeregt durch den Erfolg der Australian Bicentennial Airshow in Richmond 1988 wurde darüber nachgedacht eine regelmäßig stattfindendene Luftfahrtmesse und Airshow ins Leben zu rufen, um der Luftfahrt, insbesondere der australischen Luftfahrtindustrie, ein würdiges Forum zu geben. Das Resultat war die erste Australian International Airshow (AIA) welche im Oktober 1992 in Avalon stattfand. Seit 1995 findet die AIA regelmäßig alle zwei Jahre in Avalon statt. 2003 wurde zwischen der Regierung des Bundesstaates Victoria und dem Veranstalter AirShows DownUnder eine Vereinbarung unterzeichnet die es ermöglicht die Show bis mindestens 2015 in Avalon durchzuführen. Ein wichtiger Schritt angesichts der Tatsache das Victoria einer der Hauptsponsoren der Airshow ist.
 Einer der Fallschirmspringer die die Show eröffneten. Die Flagge mißt über 30m².
Die AIA 2005 fand vom 15.-20.03. statt, wobei die ersten Tage traditionell der Industrie und dem Fachpublikum gehörten.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto "The Shape Of Things To Come"
und ein heiss diskutiertes Thema war der Joint Strike Fighter (JSF),
der als detailliertes Mock-Up im Static Display zu bestaunen war.
JSF
Australien will den JSF als Nachfolger für die F-111 und F/A-18
beschaffen. Die F-111 wird aber 2010 außer Dienst gestellt und nach
neuesten Informationen werden die ersten JSF für Australien erst 2013,
vermutlich sogar noch später verfügbar sein. Das JSF-Programm ist schon
jetzt zwei Jahre hinter dem Zeitplan Sollten die US-Streitkräfte
weniger JSF bestellen als bisher geplant, würde sich der Stückpreis
zudem weiter erhöhen. Selbst Lockheed Martin kann jetzt noch nicht
genau sagen wieviel der JSF kosten wird. Im Raum steht ein Preis von 45
Millionen US$ pro Stück, exklusive Ersatzteile, Wartung, Training etc.!
Bis Ende 2006 muß sich Australien, genau wie alle anderen JSF-Partner,
entscheiden ob sie Pogrammpartner bleiben oder nicht.
Eine mögliche Option zur Überbrückung der Lücke, wäre eine weitere
Modernisierung der F-111, um diese bis zur erfolgreichen Einführung des
JSF einsetzen zu können. Für die F/A-18 müssten ebenfalls Maßnahmen
ergriffen werden. Selbst bei Einführung des JSF 2013/14 wird es
mindestens 2-3 Jahre dauern bis dieser zumindest teilweise
einsatzbereit ist. Somit müßten die F/A-18, von denen 42 ohnehin für
ein umfassende Überholung vorgesehen sind, bis 2017/18 weiter betrieben
werden. In der Diskussion ist die Möglichkeit 40-50 F/A-18E/F Super
Hornets zu leasen oder zu kaufen, um die Lücke zwischen 2010-16 zu
schließen. Die F/A-18A/B könnten an Canada abgegeben werden, da die
canadischen und australischen Hornets durch Modernisierungen auf einen
annähernd gleichen Stand gebracht werden. Canada hätte somit die
Möglichkeit seine Hornetflotte bis zur Einführung eines Nachfolgers
bzw. bis etwa 2020 weiter zu betreiben. Doch die Zeit drängt in diesem
Fall. Ab Mitte 2005 werden die RAAF Hornets einem
Modernisierungsprogramm (HUG) unterzogen und dann wäre das Geld (ein
beträchtlicher Betrag) umsonst investiert worden. Es bleibt spannend.
F/A-18 Hornet
20 Jahre steht die Hornet jetzt in Diensten der RAAF. Regelmäßige
Aufrüstungen der Jets sorgen dafür das die Maschinen dem aktuellen
Stand entsprechen. Zuletzt wurden zwei Hornets (A21-47 & A21-110)
dem HUG 2.2 unterzogen. HUG steht für Hornet Upgrade Programm. Im Zuge
von HUG 2.2 wird neue Software in die Computer eingespielt, ein
Helmvisier integriert (das sogenannte JHMCS-Joint Helmet Mounted Cueing
System) sowie ein neues System zur Abwehr feindlicher Raketenangriffe
(ALE-47 countermeasures system) u.a.! Während die Umrüstung der ersten
zwei Maschinen Cecil Field, Florida/USA stattfand, wo sie noch bis
Oktober 2005 umfangreichen Test unterzogen werden, werden die
restlichen F/A-18 in Williamstown/Australien umgerüstet.
 A21-26 Sonderlackierung anläßlich 20 Jahren F/A-18 Hornet bei der australischen Luftwaffe.
Wedgetail (Airborne Early Warning & Control AEW&C)
Die RAAF hat sechs dieser Frühwarnflugzeuge bestellt. Sie basieren
auf der B737-700. Die erste Wedgetail hatte ihren Erstflug am
20.05.2004 und erhielt im November 2004 bereits ihre Zulassung.
Die ersten zwei Maschinen sollen im November 2006 ausgeliefert werden
und dann jeweils eine März, August & Dezember 2007 sowie März 2008.
Die letzten drei Maschinen werden in Australien modifiziert.
Auf der AIA wurde sie das erste Mal im Flug und am Boden der Öffentlichkeit gezeigt.
 Die Boeing 737 Wedgetail AEW&C wurde erstmal am Boden und in der Luft der Öffentlichkeit vorgestellt.
Tiger
22 Tiger hat Australien bestellt. Die ersten vier davon wurden in
Frankreich gebaut, die restlichen 18 werden von Australian Aerospace in
Brisbane gefertigt. Die australische Armee wird den Tiger als
bewaffneten Aufklärungshubschrauber einsetzen (ARH-Armed Reconaissance
Helicopter). Am 15.12.2004 wurden die ersten zwei Helikopter (A38-001
& 002) an die Armee übergeben. Die anderen zwei (A38-003 & 004)
in Frankreich gebauten folgten Anfang 2005. Zu dem Zeitpunkt war der
erste in Australien gebaute Tiger (A38-005) flugbereit sowie A38-006
bis A38-011 in verschiedenen Stadien der Fertigstellung. Der Tiger ARH1
(A38-001) war ein dicht umlagertes Ausstellungsstück.
 ARH001 A38-001 Erster von 22 Tigern für die australische Armee. Im Hintergrund ist das Mock-Up eines NH-90 zu sehen, der ebenfalls von Australien beschafft wird.
Airbus A330-200MRTT
Als Ersatz für die fünf B707 der 33.Staffel will Australien fünf Tank- und Transportflugzeuge vom Typ A330-200MRTT beschaffen. Die Lieferungen sollen 2007 beginnen und vier der Maschinen werden von Qantas in Australien modifiziert.
NH-90
Ein Mock-Up war ausgestellt, der erste richtige NH-90 wird die Armee etwa 2007 erreichen. Zwölf Maschinen wurden im August 2004 bestellt.
Jetstar
Jetstar ist ein Ableger von Qantas, quasi der LCC Qantas' und ging am 25.05.2004 an den Start. Die Flotte besteht aus 14 Boeing B717 und geplant ist die Anschaffung von 23 Airbus A320, wovon die ersten bereits die Airline erreicht haben. Im Zuge der Beschaffung werden einige B717 wieder abgegeben. Diese gehen an QantasLink die damit wiederum ihre BAe146 ersetzt.
 VH-VQX Eine der neuen A320-232 von Jetstar. 23 sollen beschafft werden. Jetstar war einer der Hauptsponsoren der AIA 2005.
QantasLink
Bombardier zeigte in Avalon eine Dash 8Q-400 von denen Qantas sieben Stück bestellt hat und bei QantasLink zum Einsatz bringen wird. Optionen auf zehn weitere Maschinen wurden ebenfalls unterzeichnet. Die Q-400 kann bis zu 360 Knoten schnell fliegen und sorgt somit für eine Reduzierung der Flugzeit und eröffnet die Möglichkeit mehr Flüge auf einzelnen Routen anzubieten.
Die Show
Am Freitag den 18.03. öffnete sich die Veranstaltung dann dem breiten Publikum und diesem wurde bei bestem Wetter einiges geboten. Mehrere Stunden Flugprogramm erfuhren am Freitag Abend durch die Boeing Friday Night Alive ihren Höhepunkt. Bestandteil der nächtlichen Show waren Feuerwerk, eine Super Constellation und natürlich die F-111. Einem Nachbrennerstart folgten mehrere Vorbeiflüge und das berühmte Torching durfte dabei nicht fehlen. Beim sogenannten Torching wird bei der F-111 Kerosin abgelassen, welches sich im Nachbrenner entzündet und dafür sorgt das die F-111 einen Feuerschweif hinter sich herzieht. Vorbeiflüge dieser Art gehören zu jeder Vorführung der F-111 und sind schon bei Tag beeindruckend, bei Nacht jedoch umso imposanter. Die Night Alive wurde mit einer zweifachen Feuerwand (Wall of Fire) beendet. Heiß!
Samstag und Sonntag gab es ebenfalls ein abwechslungsreiches und umfangreiches Flugprogramm. Eröffnet wurde das Programm traditionell durch Fallschirmspringer. Die australische Luftwaffe (Royal Australian Air Force - RAAF) zeigte ihre BAe Hawk, die AP-3C Orion die der maritimen Aufklärung dient und ihr neuestes Transport- und Arbeitspferd die C-130J Hercules. Natürlich mit im Programm eine RAAF F/A-18 Hornet (A21-26) in einer Sonderlackierung anläßlich 20 Jahren Einsatz der Hornet bei der RAAF und mit Flares wurde nicht gespart. Ein Veteran der RAAF im Programm, die DHC-4 Caribou, die schon seit über vier Jahrzehnten ihren Dienst versieht und ein Nachfolger der über die entsprechenden Fähigkeiten und Eigenschaften verfügt sie zu ersetzen, ist nicht in Sicht.
Die Royal Australian Navy (RAN) hatte ihr Display Team am Start. Zwei AS350 Squirrel zeigten ein äußerst synchrones Display. Mit der Sea Hawk wurde die Suche und Bergung einer Person auf hoher See demonstriert.
Das Army Aviation Corps schließlich beteiligte sich mit einer Vorführung einer Landeübung von bewaffneten Streitkräften und Gerät. Beteiligt waren Hubschrauber vom Typ Kiowa, Iroquois (UH-1) die Black Hawk und die CH-47 Chinook.
Die USAF stellte den größten Teil der Gäste im Flugprogramm. Die Display Teams der Westküste der USA zeigten sowohl die F-15C als auch die F-16C. Die Maschinen für die Vorführungen stellten USAF-Einheiten aus Japan zur Verfügung. Die C-17 Globemaster bewies einmal mehr warum sie zu den führenden Typen bei den Transportflugzeugen gehört. Hervorragende Kurzstart- und landeeigenschaften, beste Manövrierfähigkeit verbunden mit der Möglichkeit schwere Lasten über große Entfernung zu transportieren. Eine B-52 „schaute“ auf einer ihrer Flüge von Guam aus „vorbei“ und machte einen Vorbeiflug.
Die neuseeländische Luftwaffe führte eine ihrer neuen Boeing 757 vor und die Tatsache das ein ehemaliger Kampfflugzeugpilot die Maschine steuerte war unübersehbar. Hervorragend und beeindruckend!
Nicht fehlen durften die zahlreichen historischen Flugzeuge die in Australien beheimatet sind wie z.B. Tiger Moth, Winjeels, CT4, Sopwith Pup, Super Connie, Catalina, Dakotas u.a.! Das Ende des 2.WK jährt sich 2005 zum 60.Mal und dem wurde mit einer Vorführung diverser Maschinen dieser Epoche gedacht, als da wären Kittyhawk, Boomerang, Zero, Sea Fury und Avenger.
Neben den Squirrels der Navy waren noch zwei weitere Display Teams vor Ort.
Zum einen die Roulettes, das offizielle Kunstflugteam der RAAF auf vier PC-9. Normalerweise besteht die Gruppe aus sechs PC-9, aber nach einem Unfall im Januar 2005 bei dem zwei PC-9 des Teams bei einem Trainingsflug zusammenstießen, treten die Roulettes vorläufig nur mit vier Maschinen auf.
Zum anderen die Southern Knights mit vier T-6 Harvard. Es handelt sich um ein noch junges Team, gegründet im Januar 1997, aber seitdem regelmäßiger und gern gesehener Gast auf der AIA in Avalon.
Abgerundet wurde das Programm durch Kunstflug in Form von Chris Sperou mit seiner Pitts S-1S und Jurgis Kairys der den langen Weg aus Litauen auf sich genommen hatte, um den Menschen Down Under mit seiner Su-31 zu zeigen, daß er nicht umsonst Weltkunstflugmeister geworden ist. Die Zuschauer waren begeistert von seiner Vorführung.
Den Abschluß der Show bildete jeweils die Vorführung der F-OneEleven mit ihren feurigen Vorbeiflügen!
 F-111 beim sogenannten Dump-and-Burn bzw. Torching-Manöver. Dabei wird Sprit abgelassen der sich im Nachbrenners der Maschine entzündet.
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