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Heute vor 1 Jahr:
Su-30 MKI Vertrag unterzeichnet
Der Kaufvertrag über 40 Su-30 MKI zwischen Rosoboronexport (Russland) und Indien ist am 10.10.2007 unterzeichnet worden. Die Maschinen werden in Irkutsk hergestellt und bei HAL (Indien) montiert. Insgesamt sind nun 238 Maschinen geordert, einer frühe Lieferung über 18 Maschinen ( mit Rückgabe älterer Su-30 ) folgte eine Auslieferung von 40 weiteren Maschinen direkt aus Russland. Der dritte Kontrakt über 140 Su-30 MKI sieht erstmals eine Montage bei HAL vor, mindestens 10 Maschinen davon sind ausgeliefert. Der neuerliche Auftrag über 40 Su-30 MKI läßt die Gesamtsumme auf 238 Stk. steigen.
Heute vor 3 Jahren:
Erstflug von FILUR
Es handelt sich dabei um eine Studie zur Reduzierung der RADAR- und Infrarotsignatur.
Heute vor 51 Jahren:
Erstflug Su-9

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Die Lend Lease Flugzeuge in der Sowjetunion, Teil 1 Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jan Koennig, am 16-09-2004 15:11

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Veröffentlicht in : Streitkräfte, Russ./Sowj. LSK


Wer von Lend Lease Flugzeugen spricht, denkt an amerikanische Lieferungen an die Sowjetunion. Die ersten Lieferungen amerikanischer Firmen gingen jedoch an Großbritannien, 200 Lockheed Hudson wurden 1938 bestellt.
Frankreich folgte mit der Bestellung von 100 P-40.
Diese Lieferungen waren zunächst von der amerikanischen Regierung mit Skepsis betrachtet worden, mit zunehmender Kriegsgefahr sah man allerdings Möglichkeiten für die eigene Industrie, ohne selbst in Kämpfe eingreifen zu müssen. Es gab insgesamt Lend Lease Lieferungen an ca. 50 Staaten, u.a. Großbritannien, Frankreich, Griechenland, Brasilien, China und Indien.
Was ist Lend Lease?
Nach Beginn des zweiten Weltkrieges sah man in den USA das Kriegstreibende Europa als riesigen Absatzmarkt, im November wurde das Neutralitätsgesetz geändert und die Cash and Carry Klausel eingeführt.
Kriegsführende Staaten konnten in den (noch neutralen) USA Kriegsmaterial gegen Bar kaufen und mit eigenen Mitteln abholen.
Doch England und Frankreich zögerten noch, denn der begonnene Krieg wurde im Westen zum nicht erwarteten Sitzkrieg.
Allerdings spitzte sich die Situation in Finnland zu. Die USA gewährten Finnland einen 30. Mio. Dollar Kredit zur Lieferung von Waffen (u.a. Brewster Buffalo)
Gemeinsam erarbeiteten England und Frankreich einen Angriffsplan gegen die SU, um gemeinsam mit Finnland zu agieren.
Dazu kam es aber nicht mehr.

Die ersten Siege der deutschen Truppen ließen die amerikanische Politik allerdings heftig an der Rüstungsspirale drehen.
Um äußerlich das Neutralitätsgebaren zu erhalten, wurde neben einer immensen eigenen Aufrüstung am 10.1.1941 ein Entwurf zum Lend Lease dem Kongress vorgelegt.

Darin konnte der amerikanische Präsident weitestgehend selbst entscheiden, inhaltlich:
-jedes Land, das für die USA von Bedeutung ist, kann Hilfe erhalten
-Waffen, Schiffe, Flugzeuge, Munition in selbst bestimmbarer Menge ordern
-Kriegswichtige Güter dem jeweiligen Land zu verkaufen, überzueignen, zu tauschen, zu verpachten, zu verleihen
-Bedingungen einzeln zu verhandeln bzw. festzulegen.

Warum jedoch lieferte man ausgerechnet Flugzeuge an die Sowjetunion, wurde doch seit 1918 eine konsequente Politik der Nichtanerkennung der SU betrieben?
Nach Anfang der dreißiger Jahre sah man die SU erstmals als großen Absatzmarkt, welcher nach der Weltwirtschaftskrise gut gebraucht wurde. Nicht zuletzt stellte sich die UdSSR als Gegenpol zum in Amerika kritisch beäugten aufsteigenden Japanischen Kaiserreiches dar.
Im Jahre 1937 wurde ein erstes Wirtschaftsabkommen geschlossen, das 1940 intensiviert wurde.
Die Exportquote in die SU stieg 1941 auf 30 Mio. Dollar, jedoch waren wichtige Flugzeugausrüstungen, chem. Anlagen und Werkzeugmaschinen ausgeschlossen.

Anfang August 1941 wurde die Lieferung der ersten Flugzeuge, 200 Curtiss P-40 beschlossen. Der Präsident Rossevelt setzte sich dabei gegen den erklärten Willen von Kriegsminister Stinson durch, letzterer verweigerte jegliche „Russlandhilfe“.
Zusätzlich verhandelten Großbritannien und die SU über die Entsendung eines britischen Fliegerkorps, dass die sowjetische Nordflanke unterstützen sollte.
Stattdessen wurde aber eine materielle Unterstützung in Form vom Hawker Hurricane geliefert, die Ende August 1941 eintrafen.
Diese Maschinen wurden von britischen Kräften eingeflogen (auch Kampfeinsätze) , dann aber im Herbst 1941 komplett dem sowjetischen Personal übergeben.
Bis Ende September folgen 450 weitere Maschinen, meist Hurricanes.
Bezahlt wurde mit einem 10 Mio. Pfund Kredit, Laufzeit 5 Jahre, Tilgungszins 3 % p.A.

Diese Hurricanes waren aber bei der sowjetischen Führung nicht sonderlich beliebt, da Sie Kämpfe mit den deutschen Messerschmitts kaum bestehen konnten.
Fragen nach der neuen Spitfire wurden von britischer Seite abgelehnt.

Insgesamt wurden in der Folgezeit 4 Protokolle über die Lieferung von Kriegsmaterial unterzeichnet, vom 1.10.1941-30.6.1942, 1.7.1942 – 30.6.1943, 1.7.1943 - 30.6.1944 und 1.7.1944 – 12.5.1945.

Ab 11.10.1941 bis Anfang 1945 liefen 67 Geleitzüge in Richtung Murmansk und zurück.

Ab Mitte 1943, als die sowjetischen Truppen an der (ihrer) gesamten Westfront die Überhand gewannen, errangen Sie auch im Nordpolarmeer und an der Karelischen Front die Luftherrschaft.
Die Amerikaner drangen nun auf die Reduzierung und Verknüpfung der Lieferungen an die SU mit Gegenleistungen.
Die vereinbarte zweite Front wurde nicht errichtet, weder in Frankreich, noch im mittleren Osten. Stattdessen konzentrierte sich die USA auf den Schauplatz Pazifik.
Stattdessen vereinbarten die USA und Großbritannien einen Vertrag zur gemeinsamen Entwicklung der Atombombe.
Britische Verpflichtungen zu Lieferungen an die UdSSR übernahm nun Kanada.

Die Ausrüstung der sowjetischen Streitkräfte mit Lend Lease Material nahm ab 1943 kontinuierlich ab.
In den Jahren 1944 bis 1945 dominierte Eigenproduziertes Material mit über 95 %.
Die letzten Lieferungen erreichten im April 1945 die Sowjetunion, am 21.8.1945 befahl der amerikanische Präsident Truman die Beendigung der Lend Lease Lieferungen.

Wie ist die Lieferung von Lend Lease Flugzeugen nun zu bewerten?

Allgemein werden die Lieferungen immer (noch) als Wohltätigkeitslieferungen angesehen.
Übersehen wird dabei jedoch, dass diese Lieferungen den amerikanischen Lieferfirmen eine beträchtliche Konjunktur bescherte.
Insgesamt wurden von den USA 46 Milliarden Dollar ausgegeben, 13 % aller Militärausgaben.
30,27 Mrd. davon (65 %) gingen an Großbritannien und das Commonwealth, 9,8 Mrd. (21,3 %) an die Sowjetunion.
Im Gegenzug erhielten die USA Lieferungen an Mangan, Chrom und vor allem Gold.

Die Lieferungen, die an die Sowjetunion gingen, machten ca. 4 % der Kriegsproduktion der SU aus.
Fakt ist also, die Lieferungen kann man nicht als kriegsentscheidend ansehen, Sie waren wohl aber in gewissen Situationen eine wesentliche Hilfe.
Es wurden insgesamt 14 795 Flugzeuge (ohne Seeflugzeuge) abgeliefert, von denen 14 018 Ihr Ziel in der UDSSR erreichten.
Im Vergleich dazu baute man selbst von 1941 bis 1945 ca. 112 100 Kampfflugzeuge, davon allein ca. 35 000 Stk Il-2.

In Teil 2 werde ich die einzelnen Flugzeugtypen und deren Mengen näher erläutern.


Letztes Update : 09-03-2006 16:09

   

Schlüsselworte : weltwirtschaftskrise, tigkeitslieferungen, wirtschaftsabkommen, kriegsentscheidend, eigenproduziertes, werkzeugmaschinen, kriegsproduktion, nichtanerkennung, gegenleistungen, kriegstreibende,


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