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Fraport AG und Lufthansa Cargo AG haben eine strategische Partnerschaft zur Fortentwicklung des Cargo-Standorts Flughafen Frankfurt vereinbart. Ein entsprechendes Memorandum wurde von den Vorstandsvorsitzenden der Fraport AG und der Lufthansa Cargo AG, Dr. Wilhelm Bender und Stefan H. Lauer, unterzeichnet.
Wie sie am Montag sagten, "ist es unser gemeinsames Ziel, in einer langfristig angelegten Kooperation den Flughafen Frankfurt zum attraktivsten und wettbewerbsfähigsten Luftfrachtdrehkreuz Europas zu entwickeln."
Die strategische Partnerschaft soll die bisherige punktuelle Zusammenarbeit auf operativer Ebene zugunsten einer gemeinsamen Planung des Gesamtsystems Airline/Airport überwinden und die Systempartnerschaft der weltweit zweitgrößten Fracht-Airline und des größten europäischen Fracht-Flughafens weiter intensivieren. Damit reagieren die Partner unter anderem auf die verschärfte Konkurrenzsituation im weltweiten Luftfrachtverkehr.
"Im Wettbewerb der für den globalen Luftverkehr entscheidenden Standorte kommt es auf die Qualität und Effizienz des Gesamtsystems im Zusammenspiel von Airline und Airport an. Wir wollen die außerordentlichen Wachstumspotenziale in der Luftfracht überproportional nutzen, eindeutig Nr. 1 in Europa werden, unsere gemeinsamen Stärken in Prozesseffizienz, Servicequalität, Schnelligkeit und geostrategischer Lage noch stärker ausspielen und einen überdurchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolg erzielen", hoben Bender und Lauer hervor.
Die gemeinsame Zielsetzung wird auf strategischen und operativen Handlungsfeldern realisiert:
- Gemeinsame Modernisierung der CargoCity Nord
- Erarbeitung eines Konzeptes zur effizienten Verzahnung von CargoCity Nord und CargoCity Süd
- Gemeinsame Strategie zur Qualitätsführerschaft auf Basis des international maßgeblichen Cargo-2000-Standards
- Gemeinsames Partnerschaftsmodell mit Behörden zur Optimierung der Prozessabläufe (z.B. beim Zoll) sowie gemeinsame Interessenvertretung auf Bundesebene einschließlich einer intensiven Zusammenarbeit in der Initiative "Luftverkehr für Deutschland"
- Gemeinsame Strategie zur weiteren Ansiedlung von international agierenden und distribuierenden Unternehmen und damit Stärkung der Attraktivität des Drehkreuzes FRA
- Gemeinsame Investition und Nutzung von Synergiepotenzialen in internationalen Wachstumsmärkten
- Abstimmung und bessere Verzahnung von Security-Prozessen und -Philosophien, um hohe Sicherheitsstandards zu erzeugen und gleichzeitig die Prozessgeschwindigkeit am Boden zu optimieren. Ziel ist es, Frankfurt um sichersten Luftfrachtdrehkreuz der Welt zu machen.
Lufthansa Cargo AG und Fraport AG stellen zugleich fest, dass ihre unterschiedlichen Auffassungen zum Nachtflugverbot unverändert weiterbestehen.
Die Fraport AG hat mit dem Antrag auf Erweiterung der Kapazitäten des Flughafens auch ein Nachtflugverbot für alle geplanten Flüge beantragt, um die Voraussetzung zu schaffen, den Ausbau politisch in der Region konsensfähig zu gestalten. Lufthansa Cargo AG sieht die Basis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit dadurch bedroht und fordert eine "praktikable Nachtflugregelung". Gleichwohl formulieren die Partner ihr großes Interesse, den Standort in seiner erheblichen Bedeutung für den Luftfrachtmarkt und wegen dessen Wachstumschancen zu erhalten und auf der Basis der Genehmigungsentscheidung zum Kapazitätsausbau langfristig zu entwickeln.
Facts and Figures
Über Lufthansa Cargo: Mit einem Transportvolumen von über 1,74 Millionen Tonnen Fracht und Post und mit 7,83 Milliarden verkauften Fracht-Tonnenkilometern (FTKT) sowie einem Umsatz von 2,75 Milliarden Euro (alle Zahlen 2005) gehört Lufthansa Cargo zu den weltweit größten Frachtfluggesellschaften. Das Streckennetz der Lufthansa Cargo umfasst über 500 Zielorte. Frankfurt ist mit rund 1,1 Millionen Tonnen Frachtumschlag pro Jahr das wichtigste und größte Luftfrachtdrehkreuz für Lufthansa Cargo. Wöchentlich schlägt Lufthansa Cargo hier für ihre Kunden die Fracht von rund 90 Frachterflügen und rund 2.400 Flügen der Lufthansa Passage um.
Der Flughafen Frankfurt ist mit fast zwei Millionen Tonnen Luftfracht im Jahr der sechstgrößte Luftfrachtumschlagplatz der Welt und der größte in Europa. Das Frachtaufkommen steigt mit weitaus höheren Wachstumsraten als die Passage. So zog der Frachtumschlag allein im ersten Halbjahr 2006 um 10 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005 an, während sich bei den Passagieren ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des bisherigen Rekordjahres 2005 ergab. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Das Frachtaufkommen legte 2004 um 13,1 Prozent und 2005 um 8,1 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu, bei den Passagieren betrug das Plus 5,7 bzw. 2,7 Prozent jeweils gegenüber dem Vorjahr.
Eine Sonderentwicklung ergibt sich in Frankfurt beim Luftpostverkehr, dessen Aufkommen - politisch gewollt, um die Zahl der Nachtflüge zu verringern - seit Monaten kontinuierlich abnimmt. Nur wenn man das Luftpostaufkommen einbezieht, hat Paris/Charles-de-Gaulle FRA überholt, da das Cargo-Aufkommen dort (Cargo = Luftfracht plus Luftpost) das in Frankfurt übersteigt.
Quelle: fraport.de
Letztes Update : 02-07-2007 21:30
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