| Geschrieben von Jens Gabriel,
am 05-11-2006 16:44
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Veröffentlicht in : Luftfahrtmuseen, USA |
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Der Flugzeugträger selber ist relativ leicht zu finden, da er mit seiner Silhouette weithin zu sehen ist. Als kleines Problem erweist sich die Suche nach einem geeigneten Parklatz. Es gibt zwar im Zentrum allerlei Parkplätze, die aber unter 12-13$ für den Tag nicht zu haben sind. Das Parken auf der Pier, an der die „Midway“ liegt ist auch möglich, hier sind 7$ für 4 Stunden fällig. 4 Stunden sind allerdings für den Besuch ziemlich eng bemessen, vor allem, wenn man sich anschließend noch die Stadt ansehen möchte.
Das erste Aha-Erlebnis hat man, wenn man um die Ecke kommt und sieht diesen „Klops“ vor sich liegen. Gute 300 m Stahl in 18 Decks „lungern“ dort im Wasser herum. Die Eintrittspreise sind auch nicht von schlechten Eltern: 15$ für Erwachsene und 8$ für Kinder. Beim aktuellen Umtauschkurs von 1:1,25 relativiert sich die Sache aber wieder, man bekommt dafür eine Menge zu sehen. Bevor das Schiff „geentert“ werden kann, ist eine Taschenkontrolle fällig.
Dann kann man sich endlich auf den Weg nach oben machen, wobei wahlweise ein Fahrstuhl (behindertengerecht) oder Treppen zur Verfügung stehen.
Als erstes findet man sich im riesigen, 13.000 qm großen Hangardeck wieder, das auch das Zentrum der Besuchertour darstellt.

Eine A-4 „Skyhawk“ dient als Gateguard und gleichzeitig als Fotomotiv für kostenpflichtige Familienfotos.
Zu Beginn des Rundganges gibt es für jeden ein infrarotgesteuertes Audioempfangsgerät, über das man an den einzelnen Stationen ausführliche Informationen erhält.
Gleich um die Ecke ist eine Videoecke eingerichtet, in der Rollstuhlfahrer oder Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, den Rundgang per Video erleben können.
Wir machen uns aber zu Fuß auf in die Weiten dieses Schiffes, welches überall den Charme eines Kriegsgerätes ausstrahlt.
Jetzt ist vielleicht die Gelegenheit, unser Besuchsobjekt kurz vorzustellen:
Die „Midway“ ist gut 300 m lang, knapp 80 m breit, hatte 4.500 Mann/Frau Besatzung (darunter 200 Piloten, 600 Maschine, 225 Köche), wurde durch Dampfturbinen angetrieben, die ihre 212.00 PS an 4 Propeller abgaben, von denen jeder 6 m Durchmesser hatte und 22 Tonnen wog.
Monatliche Kosten in Höhe von 1,2 Mio $ und die tägliche Ausgabe von 13.000 Essen sind Zahlen, die die Dimensionen eines solchen Unternehmens erahnen lassen.
Kiellegung war im Jahre Oktober 1943, Indienststellung im März 1945. Nach zweimaligen Umbauten war die „Midway“ bei ihrer Außerdienststellung im Jahre 1992 der dienstälteste Träger und hält auch mit 327 Seetagen am Stück den Rekord der Navy.
Eingesetzt wurde sie u.a. im Vietnamkrieg und als Flagschiff im ersten Irakkrieg 1991.
Unser Rundgang führt uns zuerst in den Bugbereich. Durch diverse Unterkünfte erreichen wir den Ankerkettenraum in der Spitze des Schiffes. Alles ist recht groß in der Ausdehnung, in der Höhe ist nicht so reichlich Platz.
Treppauf, treppab erreicht man die Maschinenräume, diverse Werkstätten, die Krankenstation mit OP-Sälen, Röntgenraum usw., ganz weit unten dann die Wäscherei und Bügelei, die Beschäftigung darin blieb disziplinarbestraften Besatzungsmitgliedern vorbehalten. Vorbei an Post und Friseur, erreicht man die Speisesäle der verschiedenen Dienstgradgruppen.
Witzigerweise stehen oder sitzen überall lebensgroße Puppen rum, die man im ersten Angesicht sogar als echte Menschen identifizieren würde.
Zurück auf dem Hangardeck führt der Rundgang weiter in Richtung Heck. Im Halbkreis angeordnet stehen diverse Schleudersitze der eingesetzten Maschinen herum, welche gleichzeitig als Kinositze dienen. Davor werden auf einem Fernseher diverse Gründe gezeigt, warum es gar nicht so schlecht ist, vor dem Start auf einem solchen Gestühl Platz zu nehmen.
Gleich nebenan ist die Simulatorecke, hier kann man für 10$ 20 Minuten an einem PC „fliegen“, oder sich für 30$ in einem Cockpitsimulator einer F-4 das Jetfeeling holen. Abraten kann ich eigentlich nur von einem „Mitflug“ im Full-Motion-Simulator. Die 6$ kann man sich wirklich sparen, weil es eigentlich auch nur ein Computerspielchen ist und die vollmundig versprochenen Trägerstarts- und Landungen absolut enttäuschend daherkommen. Dazwischen werden schnell mal eine irakische Scoud-Stellung zerbombt und auf dem Rückweg als „Nachtisch“ zwei MiG-23 zerlegt. Nach 10 Sekunden Überschallanflug auf den Träger hat einen die „Erde“ wieder. Alles in Allem billiges, patriotisch aufgemotztes Jahrmarktniveau.
Am hinteren Ende des Hangardecks wartet auch der total überteuerte Andenkenladen, aber wer unbedingt was braucht, der kann hier fast alles bekommen, wo noch ein Schriftzug oder Bild der „Midway“ draufpasst.
Anschließend geht´s nun endlich dahin, wonach sich das Fliegerherz so lange gesehnt hat – auf das Flugdeck.

Hier steht nun alles rum, was in der Geschichte der „Midway“ mal auf ihr geflogen ist. Die Flieger und Hubschrauber sind in einem richtig guten Zustand, man merkt, dass hier ordentlich investiert wird.
Folgendes Fluggerät ist zu sehen:
- C-1 „Trader“
- F-14 „Tomcat“, teilweise als Schnittmodell
- F/A-18 „Hornet“
- F-9F “Panther”
- F-4 “Phantom”, mit eingehängtem Fanghaken im Landeseil
- RA-5 „Vigilante“
- A-3 “Skywarrior”
- H-34 “Seabat”
- SH-2 “Seasprite”
- H-3 “Sea King”

- Huey Gunship
- H-46 “Sea Knight
- A-7 auf dem Katapult
- F-8 „Crusader“
- E-2 „Hawkeye“

- A-6 „Intruder“

- F-9F-8P „Cougar”
- S-3

Viele Exponate sind mit ihrer typischen Bewaffnung ausgestellt und es gibt auch genug „Scouds“ (im Rentenalter), die gerne und ausführlich Fragen beantworten.
Vom Flugdeck aus kann man dann, nach nochmaligen Anstellen und Warten, die „Insel“ besuchen, in der die für die Steuerung und die Abwicklung des Flugverkehrs verantwortlichen Leute Dienst taten, als da wären: „Airboss“ (verantwortlich für den Flugverkehr im Radius von 5 Meilen um den Träger bis zu einer Höhe von 5.000 ft und die Organisation auf dem Flugdeck) samt seinem Helfer dem „Mini-Airboss“, der Käpt´n des Dampfers und der diensthabenden Nautiker, der Rudergänger und diverse Hilfskräfte. Alles ist ziemlich eng, mehr Platz war dafür am Rande des Flugdecks nicht vorhanden. Bei diesem Rundgang bekommt man auch einen Führer mit, der je nach Wissen und Mitteilungsbedürfnis die Leute „volltextet“.
Damit geht der interessante und informative Rundgang auf der CV-41 zu Ende. Zwischendurch kann man immer mal wieder startende und landende Flieger auf dem nahegelegenen internationalen Flughafen „bespotten“ oder auf der gegenüberliegenden Marinebasis mit Flugplatz tut sich was. Leider waren wir an einem Feiertag da und da feierten wohl auch die Kollegen der Navy.
Alles in allem kann ich einen Besuch auf der „Midway“ nur empfehlen, auch für nichtfliegende Familienangehörige gibt es genug zu sehen und bei schönem Wetter (und das ist da unten fast Standard) kann die geplagte Ehefrau auf dem Flugdeck ausspannen.
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