Der jüngste Besuch des russischen Vizepremiers und
Verteidigungsministers Sergej Iwanow am 09. Januar im
Flugzeugproduktions- und - Versuchskomplex in Luchowizy bei Moskau
(russ. Abk.: LAPIK) ist in vieler Hinsicht signifikant geworden,
schreibt die Wochenschrift "Wojenno-promyschlennyj Kurjer"
(„Militär-Industrie-Kurier“).
Der Komplex in Luchowizy ist die
Schlüsselstruktur der russischen Flugzeugbaukorporation MiG (RSK), in
der sich die Produktion von Militärtechnik und der Bau von
Zivilflugzeugen parallel entwickeln werden. Dabei werden Zivilflugzeuge
im Rahmen einer internationalen Kooperation gebaut. Unter anderem ist
geplant, auf der LAPIK-Basis serienmäßig hergestellte
Passagierflugzeuge A320 in Frachtflugzeuge umzubauen. Mit dem
europäischen Konzern EADS wurde schon eine Vereinbarung dazu erzielt.
Die Umsetzung dieses Projektes wird es ermöglichen, die Kapazitäten von
LAPIK maximal auszulasten.
Der Vizepremier teilte auch mit, dass
das Unternehmen RSK MiG bis Anfang April des laufenden Jahres der
Vereinigten Flugzeugbaukorporation (russ. Abk.: OAK) beitreten wird,
deren Gründung zurzeit abgeschlossen wird. Die Hauptaufgabe der OAK
besteht nicht nur darin, den russischen Flugzeugbau zu bewahren,
sondern auch darin, ihn auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu machen.
Die Erfüllung dieser Aufgabe wird es laut Sergej Iwanow ermöglichen,
auch den zivilen Flugzeugbau aus der Krise zu holen und zu entwickeln.
Zu diesem Zweck wurde in LAPIK die größte Montagehalle Europas gebaut,
die den Zusammenbau von Militär- und Zivilflugzeugen ermöglicht.
Der Verteidigungsminister schätzte die Exportmöglichkeiten des
russischen militärischen und zivilen Flugzeugbaus hoch ein und betonte,
dass der Anteil der Flugzeuge am Gesamtumfang des Exports von Waffen
und Militärtechnik 40 bis 50 Prozent beträgt. Sergej Iwanow verwies
darauf, dass in den letzten Jahren eine Reihe von großen Verträgen über
den Export von russischer Flugzeugtechnik abgeschlossen wurde.
Zum Clou der Ausstellung, die dem Verteidigungsminister in Luchowizy
gezeigt wurde, wurde das neuartige Jagdflugzeug MiG-35. Diese Maschine
wurde am 09. Januar zum ersten Mal gezeigt. Ausführliche Angaben über
die Möglichkeiten und flugtechnischen Daten der MiG-35 wurden den
Journalisten nicht mitgeteilt. Was sie aber sahen, reichte zur
Bewertung des technologischen Niveaus des neuen Jägers aus. Allgemeines
Interesse löste das neue Funkmessgerät Schuk-AE (Käfer-AE) aus, das mit
einem aktiven phasensynchronisierten Antennengitter versehen ist. Dank
der Zusammenarbeit zwischen der RSK MiG und der Korporation
Phasotron-NIIR wurde die MiG-35 zum ersten russischen Kampfjet, der
über eine solche Funkmessstation der fünften Generation verfügt.
Eine weitere erstaunliche Neuentwicklung ist das Triebwerk RD-330OWT
(OWT - ablenkbarer Schubvektor), das im Klimow-Werk in Sankt Petersburg
hergestellt wurde. Dieses Triebwerk ermöglicht der MiG-35 solche
Flugregimes, die sich andere Maschinen nicht leisten können. Das
Triebwerk hat eine Düse, die sich in jeder Richtung drehen kann. Sie
sichert dem Flugzeug eine sehr hohe Manövrierfähigkeit.
Sergej
Iwanow schätzte die Exportmöglichkeiten der MiG-35 hoch ein. Die neue
Maschine unterscheidet sich von ihren Vorgängerinnen nicht nur durch
den Radar, sondern auch durch neue optisch-elektronische Geräte.
Die erste Prüfung für das Jagdflugzeug ist eine Ausschreibung im Rahmen
des MMRCA-Programms, die die indische Luftwaffe organisiert. Die
voraussichtliche Summe der Verträge über die Lieferung und die
Serienfertigung von 126 Flugzeugen wird mehr als sechs Milliarden
US-Dollar betragen. RSK MiG wird für die Ausschreibung ein- und
zweisitzige Maschinen anbieten. Die Konkurrenten der MiG-Korporation
sind die führenden Flugzeugfirmen der USA, Frankreichs, Großbritanniens
und anderer europäischer Länder, die die Kampfjets F-16C/D, F/A-18E/F,
Gripen, Rafale und Typhoon bei der Ausschreibung anbieten.
Sergej Iwanow erklärte, dass der Export von MiG-35 vom Staat
größtmöglich unterstützt wird. Wie er sagte, plane er in der nächsten
Zeit als Kovorsitzender der russisch-indischen Kommission für
militärtechnische Zusammenarbeit, Indien zu besuchen und diese Frage
detailliert mit den Partnern zu besprechen. Dieses Thema wird auch im
Zuge des Delhi-Besuches des Präsidenten Wladimir Putin aufgeworfen, der
für Ende Januar vorgesehen ist.
(RIA novosti)
Letztes Update : 06-07-2007 21:29
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