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Unter der Leitung der beiden Helmholtz-Zentren Alfred-Wegener-Institut
für Polar- und Meeresforschung und Deutsches Zentrum für Luft- und
Raumfahrt erforscht eine internationale Forschergruppe derzeit die
arktische Atmosphäre über Spitzbergen. Das Ziel des aktuellen Projektes
ASTAR 2007 (Arctic Study of Tropospheric Aerosol, Clouds and Radiation)
ist die genaue Beschreibung der arktischen Atmosphäre im Frühling.
Die Wissenschaftler aus neun Ländern untersuchen bis zum 17. April die
Atmosphäre der Arktis auf kleine Schwebteilchen, so genannte Aerosole
und auf Wolken, um deren Einfluss auf den Strahlungshaushalt der
Atmosphäre und damit deren Klimawirkung besser zu verstehen. Aerosole
sind Schwebstoffe in der Luft, die durch Aufnahme oder Reflektion der
Sonneneinstrahlung das Klima direkt beeinflussen. Als
Kristallisationskeime können sie außerdem die Entstehung von Wolken
auslösen und so indirekt auf das Klima einwirken. Die Messdaten sind
außerdem ein wichtiger Beitrag für die Bewertung von Daten des
Satelliten CALIPSO. Der Satellit ist seit dem 28. April 2006 auf einer
polaren Umlaufbahn und beobachtet vom All aus Wolken und Aerosole über
der Arktis.
Die Messungen werden mit dem Forschungsflugzeug
Polar 2 des Alfred-Wegener-Instituts und der Falcon des Deutschen
Zentrums für Luft- und Raumfahrt durchgeführt. Die Flugzeuge starten
und landen in Longyearbyen und werden mit Überflügen des Satelliten
CALIPSO zeitlich abgestimmt. Im 120 Kilometer entfernten Forschungsort
Ny-Ålesund unterstützen Forscher mit bodengebundenen Messungen die
Kampagne.
Erste Ergebnisse der bisherigen Messflüge zeigen, dass im Vergleich zu
vergangenen Jahren die arktische Atmosphäre in diesem Jahr sehr sauber
ist. Allerdings konnten Überreste von Verschmutzung aus Zentral- und
Osteuropa in wenigen Kilometern Höhe nachgewiesen werden. Die
gewonnenen Daten tragen zur Bewertung von CALIPSO-Messungen und zum
besseren Verständnis von Luftmassentransporten zwischen Arktis und den
mittleren Breiten bei.
Das Projekt ASTAR wird von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft, dem japanischen Ministerium für Bildung,
Wissenschaft, Sport und Kultur, dem schwedischen „Polar Sekretariat“
und dem französischen Polarforschungsinstitut IPEV im Rahmen der
deutsch-französischen Arktisplattform unterstützt.
Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den
Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die
Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den
Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und
Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das
Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der
Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation
Deutschlands.
Quelle: awi.de/Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
 Das Forschungsflugzeug Polar 2 des Alfred-Wegener-Instituts über Spitzbergen. Foto: Andreas Herber, Alfred-Wegener-Institut
 Die Falcon des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Foto: Thomas Garbrecht, Optimare
Letztes Update : 01-09-2007 22:45
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