Der französische
Flugzeugträger ‚Charles de Gaulle“ (R91) verließ am 04.12.2006 den Hafen von
Toulon mit Ziel Mittelmeer. Nach dem Verlassen des Hafens landeten zehn Super
Etendard, eine E-2C Hawkeye und eine Alouette 3 sowie eine Dauphin. Letztere
bildeten die SAR-Kräfte für die Fahrt.Vier Tage fuhr die CdG
auf dem Mittelmeer entlang und in Sichtweite der französischen Küste. Geflogen
wurde von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Einen Schwerpunkt bildeten die ersten
Trägerstarts und –landungen der modernisierten E-2C Hawkeye.
Vor Beginn des
Flugbetriebes hob jeweils einer der zwei SAR-Hubschrauber ab und positionierte
sich nahe der linken Seite des Trägers, um bei Zwischenfällen direkt eingreifen
zu können.
Nach dieser Qualifikationsphase
im Dezember bereitete sich die Besatzung der CdG auf eine dreimonatige
Einsatzfahrt in den Mittleren Osten vor. Voraussichtlich Mitte 2007 geht der
Träger dann zurück in die Werft, wo er eine umfangreiche Überholung durchlaufen
wird. Trägerstarts und –landungen müssen in der Zwischenzeit auf
Flugzeugträgern anderer Streitkräfte absolviert werden. Die Rafale werden dafür
eventuell Träger der US Navy nutzen und die Super Etendard’s brasilianische
Träger. Früher verfügte die französische Marine über zwei eigene Träger (Foch
und Clemenceau), so dass jederzeit mindestens ein Flugzeugträger zur Verfügung
stand.
In der bereits erwähnten
Woche im Dezember bereiteten sich die Super Etendard’s für die Einsatzfahrt in
den Mittleren Osten vor. Alle Piloten der 11 Flottille übten Katapultstarts und
Hakenfanglandungen. Die Flüge waren nur von kurzer Dauer. Nach dem Start wurden
einige Platzrunden geflogen und dann gelandet. Oft waren die Maschinen schon
nach 30 Minuten wieder an Deck, wo sie z.T. sofort wieder betankt wurden, wobei
der Pilot gleich im Cockpit blieb, um dann gleich einen weiteren Flug zu
absolvieren.
Der Träger
Die FNS Charles de Gaulle
(R91) ist der erste französische Flugzeugträger mit Nuklearantrieb (2 nukleare
Reaktoren). Baubeginn war 1989 und 1994 wurde das Schiff fertig gestellt.
Aufgrund zahlreicher Verzögerungen und Konstruktionsproblemen wurde die CdG
erst 2001 in Dienst gestellt. Eine der wichtigsten Änderungen war die
Verlängerung des Decks um vier Meter, um auch der Hawkeye eine sichere Landung
zu ermöglichen. Länge des Schiffs: 260m, Höhe: 64m, Höchstgeschwindigkeit: 27
Knoten.
Zwei Dampfkatapulte
beschleunigen die Luftfahrzeuge auf 260km/h. Die gleichen Katapulte kommen auch
bei der US Navy zum Einsatz. Während die Super Etendard’s mit Kabeln
katapultiert werden, wobei die Kabel anschließend im Meer landen, werden die
Rafale und E-2C mittels eines Schlittens in den das Bugrad eingeklinkt wird,
beschleunigt. Das Landesystem einschließlich der Landelichter und drei
Fangkabel entspricht ebenfalls dem von der US Navy genutzten System. Lediglich
die Anordnung der Kabel und Katapulte ist unterschiedlich. Die CdG verfügt
außerdem über ein modernes Stabilisationssystem, wie es auch bei großen
Kreuzfahrtschiffen zum Einsatz kommt. So bleibt das Deck fast immer waagerecht.
Die Luftfahrzeuge
Super Etendard
Die 11F hat zehn Super
Etendard Modernise im Bestand. Die französische Marine verfügt insgesamt noch
über 36 SEM die dank verschiedener Modernisierungen bis 2013/14 im Einsatz
bleiben. Ersetzt werden sie durch die Rafale. Die Super Etendard ist
ausgerüstet mit dem SNECMA Atar 8K50 ohne Nachbrenner. Das Bugrad ist nicht
steuerbar. Die Lenkung geschieht durch den Einsatz der Bremsen. Das ist vor
allem dann von Nachteil, wenn sich nach der Landung der Fanghaken nicht vom
Fangseil löst. Dann muss die Mannschaft an Deck das Flugzeug zurückschieben, um
das Fangseil vom Haken trennen zu können. Die SEM flogen in der
Vorbereitungswoche nur sehr kurze Einsätze. Schwerpunkt waren Start und Landung.
Die SEM werden generell zum Angriff auf Bodenziele und Aufklärung eingesetzt
und erhalten dabei Geleitschutz von der Rafale.
The E-2C Hawkeye
Drei E-2C wurden von
Grumman zwischen 1989 und 2004 an die franz. Marine geliefert, welche über zwei
Atkinson T56 Triebwerke mit Vierblattpropeller verfügten. Die modernisierte
Variante absolvierte, wie erwähnt, erste Trägerstarts und –landungen.
Ausgerüstet wurde die Maschine mit dem Hamilton Sundstrand NP2000 Triebwerke
mit Achtblattpropeller. Die Testflüge wurden von Testpiloten von
NorthropGrumman durchgeführt.
11 Flottille
Die 11F ist eine
Tigerstaffel und als solche auf fast jedem Tiger Meet präsent. Während meines
Besuches absolvierten auch drei neue Piloten ihre Qualifikation für den Träger.
Des Weiteren verrichten in der 11F derzeit auch zwei Austauschpiloten ihren
Dienst, einer flog früher F-14 bei der US Navy, der andere Mirage F1 bei der
franz. Luftwaffe.
Die Atmosphäre an Bord
des Trägers war sehr entspannt. Auf amerikanischen Trägern geht es deutlich
kontrollierter zu, während auf der CdG nach Dienstschluss sogar Bier und Wein
getrunken werden darf.
Folgende Luftfahrzeuge
waren an Bord (04.-07.12.2006):