Der russische Rüstungshändler Rosoboronexport dementiert die
Existenz eines Vertrags über die Lieferung von Jagdflugzeugen des Typs
MiG-31E an Syrien, schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Mittwoch.
Den Widerruf verbreitete Rosoboronexport-Generaldirektor Sergej
Tschemesow am Dienstag am Rande des Luftfahrtmesse in Le Bourget bei
Paris. Ein Sprecher der Rüstungsindustrie bestätigte allerdings
gegenüber der Zeitung, dass es eine Abmachung mit Syrien über die
Lieferung von vier bis acht MiG-31E in einem Gesamtwert von bis zu 400
Millionen Dollar gibt. Allerdings sei dieser Vertrag noch nicht in
Kraft getreten.
Einige Maschinen stehen schon seit 1993 im
Flugzeugbaubetrieb Sokol bereit: Seit der Zeit kauft die russische
Luftwaffe keine Maschinen dieses Typs mehr. Alexej Fjodorow, Präsident
der Vereinigten Flugzeugbaugesellschaft OAK und MiG-Generaldirektor,
hatte bereits am 2. Februar bei der 75-Jahr-Feier des Werkes Sokol
mitgeteilt, dass die MiG-31-Maschinen demnächst erstmals exportiert
werden. Die eventuellen Abnehmer nannte er damals allerdings nicht.
Nach Ansicht von Alexander Schumilin, Leiter des Zentrums für Analyse
der Nahost-Konflikte, könnten die USA als Antwort auf solche
Lieferungen Sanktionen gegen die zuständigen russischen Unternehmen
beschließen.
Dmitri Wassiljew, Experte des Zentrums für
Strategien- und Technologienanalyse, ist der Auffassung, dass diese
Sanktionen Rosoboronexport, das Unternehmen MiG und das Werk Sokol
treffen könnten. Dabei würden diese Sanktionen von keiner praktischen
Bedeutung sein, weil diese Unternehmen keine Geschäfte in den USA
betreiben.
Nach Ansicht des israelischen
Parlamentsabgeordneten Zeev Elkin würden solche Lieferungen das
Kräftegleichgewicht im Nahen Osten in bedeutendem Maße zu Gunsten von
Syrien und Iran verändern.
Diese Meinung teilt Michail
Barabanow, wissenschaftlicher Redakteur der Zeitschrift „Export
wooruschenij“ (Rüstungsexport), nicht. Die militärische Überlegenheit
Israels über Syrien sei dermaßen groß, dass selbst die Lieferungen von
einigen Dutzend MiG-Maschinen nichts daran ändern würden. Die syrische
Armee hatte seit der Zeit des UdSSR-Zerfalls keine neuen Kampfflugzeuge
bekommen. (RIA)
Letztes Update : 23-10-2007 22:43
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