Wie das finnische Verteidigungsministerium gestern mitteilte, kauft Finnland der Schweiz 18 gebrauchte BAe Hawk 66 zusammen mit Ersatzteilen und Werkzeugen ab. Ein Schnäppchen. Finnland bezahlt dafür 40 Millionen Euro, was dem Wert von zwei neuwertigen Hawk entspricht. Die Schweiz versuchte schon seit 2002 die Maschinen zu verkaufen. Finnland verfügt bereits über 49 Hawk Mk51 und 51A. Die Hawk 66 sind schneller und können mehr Waffen tragen. In Finnland sind die Hawk in Kauhava stationiert wo angehende Jetpiloten geschult werden.
Stellt sich die Frage: Warum kauft Finnland die Schweizer Hawks? Um Zeit zu gewinnen. Finnland gehört ja zur Eurotraining-Gruppe, sprich den
Ländern die eine gemeinsame Pilotenschule für Strahlflugzeugführer
aufbauen wollen und dafür auch entsprechende Maschinen beschaffen
wollten. Das Projekt sollte 2010 an den Start gehen, aber wirklich
voran geht es nicht. Sollte
das Projekt scheitern, bleibt Finnland dann mehr Zeit einen Nachfolger
für die Hawk auszuwählen. Die bisher vorhandenen Hawks wären zwischen
2017 und 2019 außer Dienst gestellt worden. Die jetzt erworbenen
Schweizer Hawks lassen sich bis voraussichtlich 2022 (evtl. 2025-2027) einsetzen (90.000 Flugstunden).
Angenehmer Nebeneffekt: Bekommt die Air Force Academy in Kauhava den
Zuschlag und sei es auch nur als vorübergehender Standort für das
Eurotraining hat die finnische Luftwaffe jetzt noch mehr freie
Kapazität anzubieten als mit den bisher vorhandenen 49 Maschinen.