Der russische Kampfjet der fünften Generation hat am Freitag seinen
ersten Testflug erfolgreich absolviert. Nun erklären die Entwickler,
womit er seine Vorgänger übertrifft und die ausländische Konkurrenz
schlagen soll.
„Die Geschichte der Weltluftfahrt wird heute in Russland
geschrieben“, sagte der Chef der russischen Flugzeugbauholding UAC,
Alexej Fjodorow. Der am Freitag absolvierte 47-minütige Testflug nahe
der russischen Fernost-Stadt Komsomolsk-am-Amur eröffne der russischen
Luftfahrt eine „Entwicklungsperspektive für das ganze 21. Jahrhundert
oder sogar mehr“. Im Fernen Osten befindet sich das Produktionswerk
KNAAPO.
Der vom Suchoi-Konzern entwickelte Kampfjet wird als T-50
bezeichnet. Er habe ein völlig neues Triebwerk, sagte Ilja Fjodorow,
Geschäftsführer des zuständigen Forschungs- und Produktionswerkes
Saturn, der Agentur RIA Novosti.
Fjodorow dementierte Medienberichte, wonach es sich um eine
modernisierte Version des Su-35-Triebwerkes handle. Das neue Triebwerk
ermögliche im Vergleich zur Su-35 eine stärkere Schubleistung und eine
höhere Manövrierfähigkeit.
Vizepremier Sergej Iwanow sagte am Freitag, der neue Kampfjet könne
sowohl als Jagdflugzeug zum Einsatz kommen als auch boden- und
seegestützte Ziele bei jedem Wetter angreifen. Die „grundsätzlich neue“
Bordelektronik entlaste den Piloten maßgeblich, indem sie ihm
ermögliche, sich völlig auf die „taktischen Aufgaben“ zu konzentrieren:
„Den Rest erledigt faktisch der Computer“.
Der Hersteller Suchoi erklärte, die Kombination von
Kompositstoffen, innovativen Technologien und aerodynamischen
Eigenschaften ermögliche eine „beispiellose Reduzierung der optischen,
Radar- und Infrarot-Auffälligkeit“: „Das ermöglicht, die Kampfeffizienz
deutlich zu erhöhen“.
Detaillierte Angaben zum T-50-Kampfjet werden geheim gehalten.
Von vorliegenden Informationen ausgehend könnte man schließen, dass die
Maschine mehr als 30 Tonnen schwer und von ihren Abmessungen her mit
dem Su-27-Jäger vergleichbar ist.
Der Kampfjet verfügt über acht Luft-Luft-Raketen oder zwei 1500
Kilogramm schwere Lenkbomben. Außerhalb des Munitionsbehälters können
außerdem zwei besondere Raketen mit einer Reichweite bis 400 Kilometer
aufgehängt werden.
Wie Regierungschef Wladimir Putin mitteilte, sollen die ersten
Kampfjets der fünften Generation bereits 2013 der russischen Luftwaffe
zur Verfügung gestellt werden. Ab 2015 werde die neue Maschine dann
serienmäßig geliefert.
Der Suchoi-Konzern will seine weiteren Kampfjet-Programme der
fünften Generation auch gemeinsam mit Indien entwickeln. „Ich bin
sicher, dass unser gemeinsames Projekt die westliche Konkurrenz vom
Preis-Leistungs-Verhältnis her übertreffen wird. Es wird zur
Verteidigungsfähigkeit der russischen und der indischen Luftwaffe
beitragen und einen würdigen Platz auf dem Weltmarkt einnehmen“,
betonte Konzernchef Michail Pogosjan.
(Text und Bild (C) RIA novosti)
Letztes Update : 29-01-2010 20:53
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