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Aero L-39 C - Eduard 1:72

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Das Original

Das Vorbild L-39 wurde in den siebziger Jahren in der Tschechoslowakei bei Aero Vodochody entwickelt und avancierte später zum Standardtrainer des Warschauer Vertrages. Der größte Abnehmer dieses Fliegers war die ehemalige UdSSR. Dort wurden die Flugzeuge nicht nur von den Streitkräften eingesetzt, sondern dienten auch der vormilitärischen Laufbahnausbildung in den verschiedenen Aeroklubs der DOOSAAF. Nach dem Umbruch kam man beim Club in Wjasma auf die Idee, das Können und die vorhandene Technik weiter zu nutzen, und schuf die Kunstflugstaffel "Rus". In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte die Staffel durch die ersten Auftritte bei der zweijährlich stattfindenen MAKS, wo sie inzwischen Stammgast ist.
Das etwas eigentümliche Aussehen der Lackierung ist sicher mit den bescheidenen Mitteln zu erklären, welche den Männern aus Wjasma in der Anfangszeit zur Verfügung standen. Inzwischen hat sich das Team gemausert, und die Flieger tragen jetzt auch ein standesgemäßes Farbenkleid.
http://www.user.cityline.ru/~russaero/eng/aeroclub.htm


Zum Modell:

Die "132" war für mich von Anfang ziemlich reizvoll, weil lackierungstechnisch anspruchsvoll. Sehr hilfreich bei der Umsetzung waren Fotos vom Original, die durch fleißige Poster des Flugzeugforum zur Verfügung gestellt wurden (Dank Grimmi und Flogger ;o))

Der Bausatz von Eduard bietet gravierte Teile, stimmige Geometrie und sinnvolles Zubehör befindet sich außerdem dabei (Masken für Fahrwerke, Klarsichtteile, Lufteinläufe ..., im Profipack kommen Ätzteile hinzu). Ein Rundrum Sporglos-Paket. Punktabzug gibt es für die zu dicken Hinterkanten am TF, wenn man es vorher weiß, sicher kein Problem. Der zweite und einzige wirkliche Mangel stellt die Geometrie der Haube dar. Im Vorderteil fällt sie deutlich zu flach aus. Der CMK-Set schafft hier keine Abhilfe, da hier nur eine Kopie der Teile aus dem Kit enthalten ist.

Der Zusammenbau erfolgte ohne größere Probleme. Man sollte jedoch die Lufteinläufe unbedingt an die Rumpfhälften kleben und bearbeiten (Spachteln, Schleifen, Gravieren) bevor man die Tragflächen und den Rumpf verbindet. Man kommt nach der Montage der Tragflächen sehr schlecht an die Unterseite der Lufteinläufe. Als zweites ist beim Einbau der vorderen Instrumentenbrettabdeckung sorfältiges Einpassen notwendig. Der dritte Schwerpunkt stellt das etwas magere Bugfahrwerk dar, welches ein wenig aufgepeppt werden sollte.

Die Lackierung erfolgte im Wesentlichen mit Farben von XTra-Color, die entsprechend angemischt wurden. Zuerst erfolgte ein Lackierung des Auslieferungsschema. Vorher wurden mittels Vorschattieren die Gravuren betont. Nachdem nun alles gut durchgetrocknet war (ca. 2 Wochen) wurde das komplette Modell mit 8000 Schleifpapier vorsichtig überschliffen. Ohne weiteres Zwischenfinish wurden die Abziehbilder aufgebracht. Nun wurde alles mit Future versiegelt. Analog dem Original wurden im Anschluß die in verschiedenen Farben angebrachten Ausbesserungen lackiert. Zum Teil wurden hier Masken aus gerissenem Papier verwendet. Um die Farbübergänge weich zu gestalten, wurden die Masken einige Millimeter über die zu lackierende Fläche gehalten. Die Unterseite wurde ebenfalls mittels Vorschattieren behandelt. Hinzu kam im Anschluß ein Nachschattieren mit aufgehellten Tönen in Blaugrau.

Fazit:

Mit dem neuen Kit von Eduard kann nun der alte KP-Bausatz den Kit-Collectors übergeben werden. Die Qualität und die Einfachheit des Eduard-Kits macht es möglich, die eigene Sammlung um ein attraktives Modell dieses Flugzeuges zu ergänzen. Die große internationale Verbreitung dieses Typs bietet viel Raum für eigene Inspirationen - sei es in den verschieden Streitkräften in Europa, oder die mit exotischeren Schemen versehenen Albatrosse aus Nordafrika oder Thailand. In der USAF ist eine L-39 für die Schulung von angehenden Testpiloten im Einsatz. In diesem Zusammenhang sollten auch die zahlreichen zivilen Nutzer erwähnt werden. Als da wären zum einen die Kunstflugteams (Biele Albatrossy, Breitlings, Rus ...), und zum anderen aber auch die vielen privaten Nutzer, die ihre Flieger zum Teil sehr phantasievoll gestaltet haben, selbt in "Thunderbird"-Bemalung hat man schon L-39 gesehen.

Kai Röther

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