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Hamburgs Wirtschaftsbehörde und Unternehmen erwägen, trotz des gerichtlichen Baustopps eine längere Werkspiste auf Finkenwerder durchzusetzen

 

Um das Projekt A380 auch nach dem vorläufigen Aus für die Landebahnverlängerung für Hamburg zu retten, lassen die Wirtschaftsbehörde und Airbus Deutschland jetzt einen ehrgeizigen Plan prüfen: Angedacht ist eine neue Landebahn, die in einem Winkel von knapp 30 Grad alternativ zu der bestehenden gebaut wird.

Die Idee stammt von dem renommierten Planungsbüro Prof. Laage (PPL). Kosten für die mehr als drei Kilometer lange Trasse: rund 100 Millionen Euro.
Wie der Sprecher der Wirtschaftsbehörde, Christian Saadhoff, bestätigte, werde der Plan zurzeit auf seine Machbarkeit hin untersucht. "Die zuständigen Behörden und die Realisierungsgesellschaft prüfen derzeit alle denkbaren Möglichkeiten", sagte Saadhoff, "dieser Vorgang und die Bewertungen sind noch nicht abgeschlossen." Ziel müsse es sein, das Auslieferungszentrum für den A380 in Hamburg zu realisieren.
Wie berichtet, besteht der Airbus-Konzern bei diesem Punkt auf Planungssicherheit. Sollte die neue Idee den Zuschlag bekommen, müsste ein neues Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht werden.
Laut Christian Saadhoff habe sich das Planungsbüro mit dem Vorschlag der "Verschwenkung" an die Wirtschaftsbehörde gewandt, danach könne eine weitere Start- und Landebahn in Ost-West-Ausdehnung über die bereits bestehende Bahn gebaut werden. Ergebnis wäre eine X-förmige Konstruktion. Die neue Bahn wäre wegen des veränderten Einfallswinkels länger als die alte. Sie würde dicht neben der bestehenden Bahn beginnen und an ihrem Ende neben der bereits zugeschütteten Fläche des Mühlenberger Lochs die Wasserfläche schneiden.
Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) und der zuständige Staatsrat Gunther Bonz wollten sich nicht zu dem Plan äußern. Der Leiter der Unternehmenskommunikation von Airbus Deutschland, Arndt Hellmann, sagte lediglich, dass alle "gangbaren Möglichkeiten geprüft würden". Jede Äußerung zu einem einzelnen Projekt wäre zu diesem Zeitpunkt "Spekulation".
Weitere Planspiele drehen sich um einen Tunnel unter der bereits bestehenden Bahn: Dort könnte ein Teil der Ortsumgehung Finkenwerder verlaufen. Und noch eine weitere Landebahn ist auf dem Prüfstand: Sie könnte in West-Ost-Ausdehnung südlich vom Mühlenberger Loch verlaufen - auf Höhe Cranzer/Neuenfelder Hauptdeich direkt neben der Elbe.
Am 10. August hatte das Oberverwaltungsgericht eine abermalige Verlängerung der Werkspiste nach einer Klage betroffener Anwohner vorläufig gestoppt. Experten gehen davon aus, dass über die Alternativ-Bahn frischer Wind in die Planungsdiskussion kommt. Neben der Wirtschaftsbehörde muss sich nun auch Airbus Deutschland rasch entscheiden - zur Sicherung des Großprojekts für Hamburg.
(Hamburger Abendblatt)

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