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Die Aufsichtsräte von Lufthansa und Swiss sowie die Großaktionäre haben der Übernahme der Schweizer Airline durch die Lufthansa zugestimmt. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Swiss ein Profit Center der Lufthansa wird.

 

Die Übernahme der angeschlagenen Schweizer Swiss durch die Deutsche Lufthansa ist abschlussreif. Die Aufsichtsgremien von Lufthansa, Swiss und die Mehrheit der Großaktionäre unterstützen das Vorhaben, teilte die Lufthansa am Dienstag in Frankfurt mit. Die Europäischen Kommission muss der Transaktion allerdings noch zustimmen.

Der Wechsel der Swiss unter die Fittiche von Lufthansa wäre die zweite große Fluglinienfusion in Europa nach dem Zusammenschluss der französischen Air France und der niederländischen KLM im vorigen Jahr. Diesen hatte die EU-Kommission unter Auflagen gebilligt. Mit einem addierten Umsatz von knapp 20 Milliarden Euro und rund 60 Millionen Passagieren im Jahr wäre Lufthansa zusammen mit Swiss zweitgrößte europäische Fluglinie nach Air France-KLM.

Der erste Übernahmeversuch scheiterte Lufthansa will Swiss bereits ab Herbst voll in ihren Flugplan integrieren. Nach Medienberichten bringt der Zusammenschluss Lufthansa bis zu 200 Millionen Euro an Einsparungen. Auf der anderen Seite hat Swiss fast gut 380 Millionen Euro Nettoschulden und weitere finanzielle Verbindlichkeiten unter anderem für Flugzeugleasingverträge. Vor zwei Jahren war Lufthansa mit einem ersten Übernahmeversuch gescheitert.
Soweit bislang aus Verhandlungskreise bekannt wurde, soll Swiss nach dem Einstieg der Lufthansa weitgehend eigenständig bleiben und unter der eigenen Marke vor allem im Langstreckenverkehr fliegen. Der Flughafen Zürich soll als internationales Drehkreuz erhalten werden. Offen ist, ob und gegebenenfalls wie viel Kapital Lufthansa neben einem insgesamt eher niedrigen Kaufpreis in die Swiss stecken muss.

Die Schweizer Fluglinie soll aber, wie es aus Kreisen früher hieß, ähnlich wie die anderen Töchter von Lufthansa als so genanntes Profit Center alleinverantwortlich wirtschaften und ihre Sanierung weiter vorantreiben.
Die Kürzungspläne bei der Regionalflotte und dem Personal sollen umgesetzt werden. Arbeitsplatzgarantien werde Lufthansa nicht geben. Nach einem Verlust von rund 90 Millionen Euro 2004 rechnet Swiss erst für 2006 mit einem Gewinn.
Abfindungen für Großaktionäre Die Abfindung von Lufthansa für die Großaktionäre, neben der Schweizer Regierung auch mehrere Banken und Kantone, soll den Kreisen zufolge erfolgsabhängig sein und nicht sofort fließen. Im Gespräch sind bis zu 260 Millionen Euro. Die Kleinaktionäre, die 14 Prozent der Anteile halten, sollen den Durchschnittsaktienkurs der vergangenen 30 Tage erhalten, was eine Summe zwischen 40 und 50 Millionen Euro bedeuten würde.
Für eine Übergangszeit wird die Swiss von einer Zwischenholding mit Schweizer Mehrheit gehalten, um die Verkehrsflugvereinbarungen zwischen der Schweiz und anderen Ländern nicht zu gefährden. Ein ähnliches Modell hatten auch die Fluggesellschaften Air France und KLM für ihren Zusammenschluss gewählt. Ziel der Lufthansa ist aber die vollständige Kontrolle über Swiss.

Die Lufthansa-Aktie legte im Handelsverlauf mit dem Markttrend leicht um 0,4 Prozent auf 11,13 Euro zu. Die Swiss-Aktie war am Montag bei 9,60 Euro vom Handel ausgesetzt worden. (ap)

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