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Die CEOs der EADS, Philippe Camus und Rainer Hertrich, begrüßten die Zustimmung des Bundestags zur deutschen Beteiligung am transatlatischen Programm MEADS (Medium Extended Air Defense System) als ein wichtiges Fundament für die zukünftige Entwicklung der deutschen und europäischen Lenkflugkörperindustrie: „MEADS ist ein wichtiger Teil der zukünftigen Sicherheitsarchitektur der NATO. Darüber hinaus ist MEADS aber auch ein Kernprojekt für die weitere technologische und wirtschaftliche Entwicklung der Lenkflugkörperindustrie in Europa und der transatlantischen Kooperation im Verteidigungsbereich.“

 

Deutschland wird sich nach der heutigen Zustimmung des Deutschen Bundestages zusammen mit den USA und Italien an der Entwicklung des bodengebundenen Luftverteidigungssystems MEADS beteiligen. Das Gesamtvolumen des Entwicklungsauftrages, der nun erteilt werden kann, beläuft sich auf US$ 3,4 Milliarden. Deutschland wird mit 25% daran beteiligt sein.

Tom Enders, Vorstandsmitglied der EADS und CEO der Division Defence and Security Systems (DS), ergänzte: „MEADS stärkt das Verteidigungs-geschäft der EADS. MEADS stärkt unsere Fähigkeiten im Bereich Luft- und Flugkörperabwehr und damit auch die Sicherheit für unsere Soldaten in künftigen Einsätzen. Und MEADS wird viele Hundert High-Tech-Arbeitsplätze in Deutschland sichern – und dadurch wichtige nationale Kernkompetenzen, vor allem in den Bereichen Systemtechnik, Radartechnologie und Kampfführungssoftware.“

Bereits im September 2004 hatten Deutschlands Partner im MEADS-Programm, USA und Italien, das trilaterale Entwicklungs-MoU (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Auf dieser Grundlage hatte das Industriekonsortium MEADS International am 28. September 2004 von der NATO-Agentur NAMEADSMA einen „Letter Contract“ zum Einstieg in die Entwicklungsarbeiten erhalten.

Werner Kaltenegger, CEO der EADS/LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH, sagte: „Diese positive Entscheidung ist für die EADS/LFK technologisch wie wirtschaftlich von enormer Bedeutung. Sie schafft außerdem die Grundlage dafür, dass wir unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lockheed Martin und MBDA fortführen und weiter ausbauen können.“

MEADS schützt eigene und verbündete Truppen in internationalen Einsätzen, die Zivilbevölkerung in Krisengebieten und wichtige Objekte im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung. Das hochleistungsfähige, bodengebundene und luftverladbare Luftverteidigungssystem MEADS kann jede Art von Bedrohungen aus der Luft abwehren, insbesondere auch taktische ballistische Flugkörper mit einer Reichweite bis 1.000 km. Vor allem zur Abwehr von Raketen mit biologischen und chemischen Gefechtsköpfen ist die so genannte „hit-to-kill“-Fähigkeit zwingend erforderlich.
Nur MEADS erfüllt die Forderungen der „International Common Operational Requirements“ (ICOR) und die daraus abgeleiteten Forderungen des „International Technical Requirements Document“ (ITRD), die Deutschland zusammen mit Italien und den USA abgestimmt hat und auf die sich diese Länder trilateral verpflichtet haben. Darüber hinaus erfüllt nur MEADS die Anforderungen der deutschen Luftwaffe an ein Luftverteidigungssystem Neue Generation (LVSysNG).

Ausgestattet mit einem Rundum-Überwachungsradar, einem Feuerleitradar, einem Gefechtsstand neuester Technologie und so genannten "hit-to-kill"-Flugkörpern (PAC 3) kann das System auf Basis seiner vernetzten Hardware- und Software-Struktur ad hoc bedrohungsgerecht konfiguriert werden (Flexibilität/Modularität). Das System ist kosteneffektiv, verlegbar in C130 und A400M (ein Quantensprung an Mobilität im Vergleich zu Systemen wie Patriot) und kann aufgrund seiner „plug-and-fight“-Fähigkeit auch andere Sensoren und Effektoren einbinden (offene, vernetzte Systemarchitektur). Der trinationale Ansatz stellt die Interoperabilität im internationalen Verbund sicher. Die Sensoren können tief fliegende Ziele und TBMs erfassen und bieten einen Rundumschutz (360 Grad-Abdeckung).

Die Arbeiten zu MEADS werden auf der Grundlage einer gleichberechtigten Partnerschaft abgewickelt. Die USA finanzieren 58%, Deutschland 25% und Italien 17%. Entsprechend der prozentualen Aufteilung der Kosten sind auch die Unternehmen der jeweiligen Länder EADS/LFK (Deutschland), MBDA-IT (Italien) und Lockheed Martin (USA) am Programm beteiligt. Die europäischen Unternehmen steuern ihre Aktivitäten über das gemeinsame Joint Venture euroMEADS GmbH, das ebenso wie Lockheed Martin mit jeweils 50% an MEADS International Inc. beteiligt ist.

Mit einem Umsatz von rund € 5,4 Milliarden im Jahr 2004 und etwa 24.000 Mitarbeitern in zehn Ländern bündelt die EADS Defence and Security Systems Division die wesentlichen Verteidigungsaktivitäten der EADS. Die Division bietet integrierte Systemlösungen für die neuen Herausforderungen der Streitkräfte und Sicherheitskräfte an. Sie ist in den Bereichen Militärflugzeuge, Lenkflugkörper, Aufklärung und Überwachung (ISR) mit bemannten und unbemannten Flugzeugen (UAVs), Gefechtsführungs-systeme, Verteidigungselektronik, Sensorik und Avionik sowie den dazugehörigen Dienstleistungen tätig.

Die EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen, mit einem Umsatz von € 31,8 Milliarden im Jahr 2004 und rund 110.000 Mitarbeitern.

Quelle: eads.net

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