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Sinsheim. Die letzte Parkposition erhielt eine Canadair CL-215 auf Stelzen über dem Dach des Auto 6 Technik Museums Sinsheim. Sie wurde so montiert, dass sie wie im Sinkflug auf eine Wasseroberfläche zu steuert. Es handelt sich um ein Amphibien-Löschflugzeug, scherzhaft auch Wasserbomber genannt, obwohl es absolut friedlichen Zwecken diente.

 

Die Technischen Daten sind beachtlich. Das Flugzeug hat eine Spannweite von 28,60 Metern, eine Länge von 19,82 Metern und die stolze Höhe von 8,92 Metern. Zur Feuerbekämpfung trägt die CL-215 5.445 L Wasser oder Löschflüssigkeit in zwei Rumpftanks. Das Wasser kann aus einem in der Nähe gelegenen See oder Fluß durch zwei Öffnungen in der Rumpfunterseite aufgenommen werden, während das Flugzeug über die Wasseroberfläche fliegt.

Das zweimotorige Amphibien-Flugzeug ist durch Einfachheit, leichte Wartung und Verlässlichkeit gekennzeichnet. Rostfreies Material bietet Schutz vor Korrosion durch Salzwasser. Das Flugzeug hat einen einstufigen Bootsrumpf und feste Stützschwimmer kurz vor den Flügelspitzen. Das Dreibeinfahrwerk enthält ein doppeltes Bugrad und einzelne Haupträder, die in den Rumpf eingezogen bzw. flach gegen den Rumpf gelegt werden können, wenn es auf dem Wasser starten oder landen soll. Die Tragflächen des Hochdeckers und das Leitwerk sind aus einem Stück konstruiert. Die Motorgondeln sind ein integraler Teil der Flügelstruktur. Der Plan zur CL-215 wurde im Dezember 1963 bei einem Symposion zur Waldbrandbekämpfung im kanadischen Ottawa entworfen. Die Firma Canadair entwickelte das Flugzeug dessen Erstflug am 23. Oktober 1967 stattfand. Im Mai 1969 wurde Frankreich beliefert.

Weitere Maschinen gingen nach Algerien, Griechenland, Spanien, Thailand und Jugoslawien. Bald interessierten sich auch die Militärs für das robuste und vielseitige Amphibienflugzeug da es bei Such- und Rettungsaufgaben sowie als Mehrzweckmodell benutzt werden konnte. Spektakulär war der Einsatz dieses Flugzeugs bei Deutschlands größter Waldbrandkatastrophe im August 1975 in der Lüneburger Heide. 7418 Hektar Wald-, Moor- und Heideland wurden ein Raub der Flammen. 32.600 Personen aus Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Bundesgrenzschutz, Forstverwaltung, Polizei, Sanitätsorganisationen usw. standen im Einsatz. 6 Feuerwehrmänner starben. Vom Mittelmeer kamen die französischen CL-215 „Wasserbomber“. Vom Steinhuder Meer schleppten sie tonnenweise das Löschwasser heran und warfen es in die Flammenherde. Das Flugzeug war zuletzt auf dem Flugplatz Marignane bei Marseille beheimatet und stand im Dienst der französischen „Protection Civile“ (Zivilschutz).

Dreißig Jahre lang flogen diese Flugzeuge unermüdlich Löscheinsätze gegen die hauptsächlich am Mittelmeer auftretenden oft verheerenden Waldbrände. Ca. 8 Tage dauerte der Transport von Marseille nach Sinsheim. Eine schwierige Angelegenheit, denn Tieflader dürfen in Frankreich nicht auf die Autobahn, sondern müssen auf der Route Nationale mit den unzähligen Kreisverkehren fahren. Jetzt ist der „Wasserbomber“ auf seinem luftigen Standort eine attraktive Ergänzung des Sinsheimer Flugzeugparks.

Quelle: technik-museum.de

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