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Vor dem Hintergrund des weiterhin dynamischen Verkehrswachstums auf dem Münchner Airport wird die Flughafen München GmbH (FMG) die Planungen für den Bau einer dritten Start- und Landebahn einleiten. Die Unternehmensleitung hat gestern den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der FMG über die in den nächsten Jahren absehbaren Kapazitätsengpässe informiert und die Notwendigkeit eines Ausbaus des Bahnsystems detailliert begründet. Die Gesellschafterversammlung erteilte der FMG vorbehaltlich der Zustimmung des Bayerischen Ministerrats und des Münchner Stadtrates die Freigabe, die Planungen zum Ausbau des bestehenden Start- und Landebahnsystems aufzunehmen und zeitnah ein entsprechendes Raumordnungsverfahren vorzubereiten und einzuleiten. Der Stadtrat der Landeshauptstadt München befasst sich heute mit dem Ausbauvorhaben, der Bayerische Ministerrat tagt am kommenden Dienstag.

 

Im Zuge des Planungsverfahrens für eine dritte Start- und Landebahn werden mehrere Bahnvarianten eingehend untersucht. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die Bahnvariante zu ermitteln, die nicht nur im Hinblick auf Kosten- und Kapazitätsaspekte, sondern auch hinsichtlich einer Begrenzung der Belastungen für die Flughafenregion die beste Lösung verspricht.

Mit der Planung der dritten Start- und Landebahn schafft die FMG die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der erfolgreichen Wachstumsentwicklung des Münchner Airports. Aufgrund der kontinuierlichen Verkehrszuwächse der vergangenen Jahre stößt der Flughafen München mit seinen gegenwärtig zwei Start- und Landebahnen in den Spitzenzeiten bereits heute an seine Kapazitätsgrenzen. Angesichts der prognostizierten Verkehrszunahmen drohen bereits in naher Zukunft erhebliche Wartezeiten und Verspätungen.

Gegenüber 1992, dem Jahr der Flughafeneröffnung, hat sich die Anzahl der Flugbewegungen von 175.000 auf 370.000 im Jahr 2004 mehr als verdoppelt. Das Passagieraufkommen stieg im gleichen Zeitraum von 12 Millionen auf nahezu 27 Millionen. Auch im ersten Halbjahr 2005 setzte sich das dynamische Wachstum mit einer Steigerungsrate von rund sieben Prozent beim Fluggastaufkommen fort. Die Anzahl der Starts und Landungen erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um rund sechs Prozent.

Wie Michael Kerkloh bereits auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens im Januar dargelegt hatte, werden die prognostizierten Verkehrszuwächse der nächsten Jahre zu einer deutlichen Verschärfung der Kapazitätsprobleme führen. Die Kapazitätsgrenze des bestehenden Bahnsystems liegt bei 89 planbaren Flugbewegungen pro Stunde. Nennenswerte Steigerungen sind selbst unter Berücksichtigung möglicher Optimierungsmaßnahmen nicht mehr zu erreichen. Bereits im Jahr 2008 dürften die Kapazitäten des bestehenden Bahnsystems voll ausgeschöpft sein, ab 2010 wäre eine bedarfsgerechte Verkehrsentwicklung definitiv nicht mehr möglich. Ohne eine dritte Start- und Landebahn wäre deshalb die dynamische Entwicklung des Münchner Flughafens als internationale Luftverkehrsdrehscheibe und äußerst leistungsfähiger Beschäftigungsmotor gefährdet. Um den Münchner Flughafen zu einem dauerhaft etablierten Luftverkehrsdrehkreuz (Hub) mit deutlich erhöhtem Langstreckenanteil zu entwickeln, muss die Anzahl der Anzahl der stündlich möglichen Flugbewegungen um rund ein Drittel auf 120 erhöht werden.

Aufgrund des erheblichen zeitlichen Vorlaufs für die umfangreichen Planungs- und Genehmigungsprozesse bis zu einer Inbetriebnahme müssen die Planungen für die notwendige Erweiterung des Bahnsystems unverzüglich aufgenommen werden. Um den berechtigen Interessen der Airportanwohner frühzeitig Rechnung tragen zu können, soll das Projekt von Anfang an durch einen Nachbarschaftsbeirat begleitet werden. Die FMG legt bei dem Ausbauvorhaben - ebenso wie ihre Gesellschafter - großen Wert auf einen offenen und konstruktiven Dialog mit dem Flughafenumland.

Quelle: munich-airport.de

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