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Bereits im Juli sollen die Bauarbeiten für die neue Start- und Landebahn Süd auf dem Flughafen Leipzig/Halle beginnen. Sie ersetzt die bisherige Südbahn, die den künftigen Verkehrsansprüchen nicht mehr genügt. Nach Fertigstellung der S-/L-Bahn in 2007 wird Leipzig/Halle über ein paralleles Start- und Landebahnsystem mit zwei 3.600 Meter langen Runways verfügen, das zeitgleiches Starten und Landen von Flugzeugen im 24-Stunden-Betrieb ermöglicht.
Mitte Mai diesen Jahres gab das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig grünes Licht für den Baubeginn. Mit seinem Beschluss wies es den Antrag mehrerer Flughafenanlieger auf Verhängung eines vorläufigen Baustopps wegen des zu erwartenden zusätzlichen Fluglärms zurück. Stattdessen befanden die Richter, dass die Baumaßnahme wegen der damit verbundenen Schaffung zahlreicher Arbeitplätze und der Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft so bedeutsam sei, dass ein Mehr an Fluglärm hinzunehmen sei. In der Sache bestätigte das Gericht die Position der zuständigen Planfeststellungsbehörde, wonach der Neubau der S-/L-Bahn notwendig ist, um das erwartete starke Luftverkehrsaufkommen am Standort Leipzig/Halle abzuwickeln. So will der Expressdienst DHL ab 2008 in Leipzig seine zentrale europäische Drehscheibe für interkontinentale Verkehre errichten. Diese Flüge werden in einem engen nächtlichen Zeitfenster durchgeführt, weshalb zwei unabhängig voneinander nutzbare Start- und Landebahnen erforderlich sind, begründet das Bundesverwaltungsgericht seine Entscheidung.
In dem anstehenden Hauptverfahren geht es vorrangig um die Frage, ob die bisher von der Flughafen Leipzig/Halle GmbH vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau der Südbahn ausreichen oder ergänzt werden müssen. Ein Termin für die Gerichtsentscheidung steht noch aus.

Nicht nur wegen der bevorstehenden DHL-Ansiedlung tragen nach Aussage der Flughafengesellschaft die seit 1990 in Ausbau und Modernisierung schrittweise investierten rund 1 Mrd. Euro erkennbare Früchte. So haben sich aufgrund der ausgebauten Verkehrsinfrastruktur mit Porsche, BMW, Quelle und Dow Chemicals namhafte Unternehmen im Umfeld des Airports angesiedelt und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen geschaffen. Mit 2.500 Beschäftigten am Standort zählt der Flughafen Leipzig/Halle selbst zu den größten Arbeitsstätten in den neuen Bundesländern. Künftig will sich der Flughafen nach Aussage von Geschäftsführer Eric Malitzke primär als Umschlagplatz für die Luftfracht- und Logistikbranche positionieren. Hintergrund sind die an anderen europäischen Großflughafen wachsenden Kapazitätsengpässe sowie drohende Nachtflugverbote.

Quelle: ADV - Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen

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