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...Hubschrauberflugflug mit elektrischer Klappensteuerung durch

Am 8. September 2005 um 14 Uhr hob ein Erprobungsträger des Hubschraubertyps BK 117 am Eurocopter-Standort Donauwörth zum offiziellen Erstflug mit einer elektrischen Klappensteuerung ab. Damit hat Eurocopter einen Meilenstein bei der Entwicklung einer Richtung weisenden Hubschrauber-Steuerungstechnologie erreicht und setzt sich im internationalen Wettbewerb um die Technologieführerschaft im Bereich so genannter "Adaptiver Rotorsysteme" vor die starke Konkurrenz aus Amerika und Japan.

 

Primäres Ziel dieser neuartigen Steuerungsmethode ist es, die bei Hubschraubern im Flugbetrieb systembedingt relativ hohen Geräusche der Rotorblattspitzenwirbel in Zukunft auf ein Niveau deutlich unter den von modernen Eurocopter-Helikoptern bereits heute unterbotenen Grenzwerten zu reduzieren.

Gleichzeitig sollen sich die im Hubschrauber auf Komponenten und Passagiere wirkenden Vibrationen fühlbar verringern, was den Flugkomfort und die Leistungsgrenzen zukünftiger Hubschrauber erweitert und deren kommerzielle Nutzung begünstigt.

Das Entwicklungsprogramm zu Adaptiven Rotorsystemen wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert und basiert auf einer Kooperation der Partner Eurocopter Deutschland (Leitung, Konstruktion, Fertigung, Regelung, Tests), EADS Corporate Research Centre CRC (piezokeramische Stellglieder), DaimlerChrysler (Energieversorgung, Datenübertragung) sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR (Regelung, Datenübertragung).
Klappen an der Blatthinterkante – piezokeramische StellgliederDie Steuerung erfolgt über drei Klappenmodule an der Hinterkante jedes Rotorblatts. In die Blätter integrierte piezokeramische Stellglieder reagieren mit Längenänderung auf variierende elektrische Spannung und bewegen so die Rotorklappen 15 - 40mal pro Sekunde.

Die Ansteuerung erfolgt per Lichtwellenleiter über einen Regler ohne Beteiligung des Piloten. Sie neutralisiert den speziell im Sinkflug, als Knattergeräusch wahrgenommenen Wirbellärm und senkt den Gesamtpegel um bis zu 6 dBA (Eine Absenkung um 10 dBA entspricht in etwa einer Halbierung des Lautstärkeeindrucks).
Die durch die asymmetrische Anströmung eines Rotors erzeugten Vibrationen können – durch Erzeugung von Gegenschwingungen - sogar um bis zu 90 Prozent reduziert werden, was die Lebensdauer wichtiger Komponenten und den Passagierkomfort gleichermaßen erhöht.

Eurocopter-COO Friedrich Dörhöfer und das Ottobrunner Eurocopter-Projektteam um Michael Stephan zeigen sich mit den Ergebnissen des Erstflugs vollauf zufrieden:

„Das jetzt getestete Demonstrations-System muss für eine kommerzielle Nutzung noch miniaturisiert und optimiert werden. Gleichzeitig sind wir als Technologieführer bei lagerlosen Rotorsystemen (Bearingless Rotor System) dabei, einen weiter verbesserten Klappentyp in einen lagerlosen Rotor neuester Generation zu integrieren“, erläutert Dr. Valentin Klöppel, Programm-Manager Aeromechanik und Flugführung bei Eurocopter. „Die Technologie wird – nach erfolgreichen Tests – generell für alle größeren Hubschrauber einsetzbar sein. Hierbei kann von einem Zeithorizont ab 2012 ausgegangen werden“.

Quelle: eads.net

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