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SiteNews

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Am 5. Dezember 2005 hat die Luftwaffe den ersten Serien-Lenkflugkörper IRIS-T vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) und der Industrie übernommen.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz, betonte in seiner Ansprache anlässlich der feierlichen Übergabeveranstaltung beim Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" auf dem Fliegerhorst Rostock-Laage, dass IRIS-T weit mehr als der derzeit fortschrittlichste Kurzstrecken-Lenkflugkörper ist. Es sei auch ein "sichtbares Zeichen für die Fähigkeiten der europäischen Rüstungsindustrie".

"Das ist ein wirklich wichtiger Tag, nicht nur für die Luftwaffe, sondern auch für unsere Entwicklung hin zu einer europäischen Verteidigungsidentität", so auch Ministerialdirektor Dr. Jürgen Kaempf, deutscher Rüstungsdirektor und Hauptabteilungsleiter Rüstung im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) in seiner Rede vor Repräsentanten des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung, Vertretern von Bundeswehr und der Industrie sowie zahlreichen hochrangigen Gästen aus den Partnernationen Deutschlands bei diesem europäischen Projekt: Griechenland, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien.

Mit der Übergabe IRIS-T verfügt das Waffensystem EUROFIGHTER nun über den fortschrittlichsten und modernsten Luft-Luft-Lenkflugkörper. Das Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" ist als erstes deutsches EUROFIGHTER-Geschwader nicht nur Vorreiter bei der Ausbildung der Besatzungen, sondern übernimmt auch die Federführung bei der Einführung dieses neuen Luft-Luft-Lenkflugkörpers in der Luftwaffe.

 

Hintergrundinformationen:

Fünf mal höhere Erfassungsreichweite als Sidewinder

Das technische Konzept des Luft/Luft-Lenkflugkörpers IRIS-T (Infra-Red Imaging System
– Tail/Thrust Vector Control) sieht die Bekämpfung von Flugzielen bis zu einer Reichweite von 25 Kilometern vor. Herz des Systems ist ein abbildender Infrarot-Suchkopf, der eine fünf mal höhere Erfassungsreichweite als vergleichbare Flugkörper, wie etwa die zur Zeit eingesetzte AIM-9L Sidewinder, aufweist. Er wird von einem
programmierbaren Rechner gesteuert, der über eine moderne Bildverarbeitung mit
einer hochauflösenden Wärmebildkamera verfügt.

Damit ist es IRIS-T möglich, zwischen
dem eigentlichen Flugziel und ausgestoßenen Täuschkörpern zu unterscheiden und sich nach dem Abschuss selbständig ins Ziel zu führen.
Neben dem sehr großen Sicht- und Zielerfassungsbereich sind extreme Wendigkeit
und Agilität aufgrund der Kombination aus Schubvektor- und aerodynamischer Steuerung weitere Leistungsmerkmale dieses „Fire-and-Forget-
Flugkörpers“ modernster Bauart. Dies erlaubt es, selbst Ziele außerhalb der direkten Sicht zu bekämpfen.

Neue Maßstäbe im Luftkampf

Nach der Wiedervereinigung konnte Deutschland die von der NVA übernommene Bewaffnung
AA-11 „Archer“ der MiG-29 bewerten und kam zu dem Ergebnis, dass die AIM-9L „Sidewinder“ zukünftigen Bedrohungen nicht mehr voll gerecht wurde. . Auch war absehbar, dass die zu diesem Zeitpunkt geplante AIM-132 „ASRAAM“ vor allem
hinsichtlich Manövrierfähigkeit nicht mithalten können würde. So wurde gemeinsam
mit weiteren europäischen Nationen (Italien, Griechenland, Norwegen, Schweden und
Spanien) beschlossen, einen neuen luftgestützten Luft/Luft-Lenk-Flugkörper für kurze
Distanzen zu entwickeln.

Als offizieller Projektstart gilt die Präsentation des Vorhabens im Juli 1995 im Bundesministerium
der Verteidigung vor Vertretern der Luftwaffe und des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung. Im Januar 2003 entschied Deutschland die Beschaffung des Lenkflugkörpers IRIS-T. Rüstungswirtschaftlich ist das Vorhaben IRIS-T ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur Fortentwicklung deutscher beziehungsweise
europäischer Lenk-Flugkörper-Kompetenz. Die multinationale Arbeitsteilung bietet die
Möglichkeit einer Aufteilung der Entwicklungskosten. Durch Kompatibilität zu den
Schnittstellen der früheren Sidewinder ist IRIS-T nicht nur in den EUROFIGHTER
(Deutschland und Italien) und den Tornado (Deutschland), sondern auch in die Kampfflugzeuge
F-16 (Norwegen und Griechenland), F-18 (Spanien) und JAS-39 Gripen (Schweden) integrierbar.

Nicht zuletzt für Deutschland als Pilotnation hat das Programm eine überragende kooperationspolitische
und rüstungswirtschaftliche Bedeutung, mit dem Kompetenzen zur Systemfähigkeit und die technologisch anspruchsvollen Kernbereiche der europäischen Industrie im Bereich der Lenk-Flugkörper mit Infrarot-Suchkopf bewahrt werden.
Beispielhafte Zusammenarbeit mit der Industrie
Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) hat die Firma Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG (Überlingen/Bodensee) als Generalunternehmer beauftragt, die damit als Systemintegrator die kompletten Flugkörper liefert.
An der Serienfertigung IRIS-T sind Firmen in allen Partnernationen beteiligt.

Das multinationale Programmbüro IRIS-T ist beim BWB in Koblenz für das regierungsseitige
Management des 6-Nationen-Projektes verantwortlich.

Quelle: luftwaffe.de/Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe

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