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Der Low-cost-Flughafen Frankfurt-Hahn wird nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Fraport AG, Dr. Wilhelm Bender, "bis 2012 über zehn Millionen Passa­giere haben und bereits in diesem Jahr ein positives operati­ves Ergebnis aufweisen können". Bei einem Journalisten-Besuch auf dem ehemaligen Militärflughafen im Hunsrück sagte Bender am Mittwoch, Hahn sei eine "Erfolgsstory der Konversion". Ende 2006 werde der Flughafen 3,5 Millionen Fluggäste aufweisen, was einer Steigerung um 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren entspreche. Für die Fracht würden dieses Jahr 115.000 Tonnen prognostiziert, womit Hahn in der Tabelle der stärksten Frachtflughäfen inzwischen sogar den vierten Platz erobert habe.

Der Zuwachs beim Frachtvolumen habe sich in einem halben Jahrzehnt verfünffacht. Für den gleichen Zeitraum rechne man in der Zukunft mit einer Cargo-Verdoppelung, also 230.000 Tonnen. Angesichts "dieser erfreulichen Daten, Zahlen und Fakten" sei der Low-Cost-Flughafen in Hahn einer der - so Bender - "Hoffnungsträger im Konzern".

Bender sagte, der Erfolg von Hahn hänge vor allem damit zusammen, dass man das Low-cost-Prinzip überall konse­quent durchgehalten habe. So habe man die jüngsten Ter­minalinvestitionen mit eiserner Kostendisziplin vorgenom­men. Kein anderer deutscher Flughafen habe so kostenbe­wusst agiert, bei Investitionen von 21 Millionen Euro für eine Passagier-Kapazität von sechs Millionen komme man pro Passagier und Jahr auf 3,50 Euro, "was im Vergleich zu anderen Flughäfen einsame Spitze sei". Positiv war nach Angaben Benders auch die Entwicklung bei den Parkplätzen und Einkaufsflächen. Inzwischen verfüge man über 12.700 Parkplätze und eine Einkaufsfläche von 3.695 Quadrat­metern.

"Gute Voraussetzungen für den Erfolg" waren und sind nach Ansicht Benders das "stabile langfristige Engagement der Fraport, die starke politische Unterstützung der Landesregie­rungen von Rheinland-Pfalz und Hessen, ein hochmotiviertes Team vor Ort und die positive Einstellung der Bevölkerung auf und rund um den Hahn bei der Weiterentwicklung des Flughafens". Dass der Low-cost-Airport nicht Slot-reguliert sei und kein Nachtflugverbot - also einen 24 Stunden-Betrieb aller Einrichtungen habe - zähle sicherlich ebenso zu seinen Wettbewerbsvorteilen, wie die schnelle Abwicklung.

"Flugzeuge verdienen dann Geld, wenn sie in der Luft sind", sagte Bender, der Hahn als "Trendsetter im Low-cost-Markt in Verbindung mit der Leistungsstärke und dem Know-how des Mutterkonzerns sieht".

Hinzu komme ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und ein Standort in bester Wirtschaftslage in der so genannten "Blue Banana", die von London bis Marseille reiche. Hahn sei dabei eine grenznahe Anbindung für die Benelux-Staaten und Frankreich.

Auf den Flughafenausbau in Frankfurt-Hahn eingehend, kündigte Bender bis 2008 das geplante neue Passagier­terminal, mehr Vorfeldflächen, 30.000 zusätzliche Park­plätze, noch bessere Zufahrtsstraßen und mehr Firmen und Hotels am Platz an. Seit 1998 seien 135 Millionen Euro für Terminalerweiterung, Startbahn- und Vorfeld-Erweiterung, neue Frachthallen und die Zufahrtsstraßen investiert worden.

Bei ihren Zielen und Strategien für die Zukunft setze die Fra­port AG auf die "Sicherung des Wirtschaftsstandortes Flughafen Frankfurt-Hahn durch weiteren Ausbau und eine gleichzeitige wirksame Kostenkontrolle". Die Positionen Hahns sollten im internationalen Vergleich gestärkt, der Job- und Dienst­leistungsmotor im Interesse der Region belebt und die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet verbessert werden.

Der Sprecher der Geschäftsführung des Flughafens Frank­furt-Hahn GmbH, Jörg Schumacher, unterstrich die Vorzüge eines Low-cost-Betriebes im Flughafenalltag. Es gebe "Check-in von Hand, keine Busse und das Gepäck werde von Hand" verladen. "Schnelligkeit und on time" dominierten die Praxis des Airports, der über ein flexibles Vorfeldkonzept verfüge und Synergien durch einen gesunden Mix von Fracht und Passagierverkehr aufweise. Schumacher lobte die hohe Arbeitsmoral und Effizienz seiner Mannschaft. In der Arbeits­produktivität übertreffe man alle Wettbewerber bei weitem. Auch sei der starke Rückhalt durch einen "erfahrenen und in der Sache kompetenten Gesellschafter wie die Fraport AG eine wichtige Vorraussetzung für den Erfolg".

An der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG) sind die Fraport AG mit 65 Prozent und die beiden Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz mit jeweils 17,5 Prozent betei­ligt. Über 2.400 Mitarbeiter sind am Flughafen beschäftigt, davon mehr als 300 direkt bei der FFHG. Der Gesamtertrag belief sich zum Ende des letzten Jahres auf 40,5 Millionen Euro, die Bilanzsumme betrug 198,1 Millionen Euro. Das Flughafengelände umfasst 560 Hektar, das Vorfeld 140.000 Quadratmeter. Die Flughafeninfrastruktur erstreckt sich auf 280 Hektar.

Quelle: fraport.de

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