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Die Luftwaffe verfügt erstmals über einen verlegefähigen Luftverteidigungs-Gefechtsstand (Deployable Control & Reporting Centre - DCRC) für die militärische Überwachung des Luftraums und zur taktischen Führung von Luftstreitkräften. Das hochleistungsfähige und weitgehend autarke System wurde am Samstag im Rahmen der Feierlichkeiten „50 Jahre Luftwaffe im Einsatz" im Fliegerhorst Rostock-Laage vom Bundesminister für Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, und dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz, offiziell in Dienst gestellt. Das DCRC ist eine Gemeinschaftsentwicklung der EADS und der Frequentis GmbH, Wien, im Auftrag des Bundesamtes für Informationsmanagement und Informationstechnik (IT-AmtBw).
„Dieses System bietet einen enormen Fähigkeitsgewinn für die Luftstreitkräfte - sowohl im internationalen Einsatz als auch in der Befähigung zur Vernetzten Operationsführung. Wir sind stolz darauf, dass wir mit dem DCRC die Luftwaffe in ihrem Transformationsprozess effizient unterstützen können," so Stefan Zoller, bei EADS für Verteidigungs- und Sicherheitssysteme zuständiges Vorstandsmitglied.

Das DCRC ergänzt die bislang vier stationären Luftverteidigungs-Gefechtsstände (Control & Reporting Centre - CRC) in Deutschland um einen verlegefähigen Gefechtsstand. Das System integriert die Technik zur Einsatzführung, Kommunikation, Informationsgewinnung und -verteilung in derzeit 13 klimatisierten Containern. In drei Containern sind dabei die Computertechnik sowie Funksende- und Funkempfanganlagen untergebracht, in den restlichen die Arbeitsplätze. Der Gefechtsstand kann daher komplett, aber auch in Modulen ("tailored to the mission") genutzt werden. Durch die Verlastbarkeit auf verschiedenste Transportmittel wird den heutigen Anforderungen an die Mobilität militärischer Systeme voll Rechnung getragen.

Die EADS ist für die Ausstattung der Arbeitsplätze und für die Gefechtsstandelektronik GIADS II (German Improved Air Defence System) verantwortlich. Die für das DCRC benötigte Kommunikationsausrüstung wurde von Frequentis geliefert. GIADS II unterstützt den Nutzer bei der taktischen Führung von Flugzeugen sowie von Flugabwehrverbänden. Dazu wertet das System die Informationen aus, die von militärischen und zivilen Radargeräten geliefert werden. Die Software unterstützt die Bediener bei der Erstellung einer identifizierten Luftlage. Über ein Alarmverfahren werden besondere Vorkommnisse gemeldet, so dass schnell und wirkungsvoll Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Taktische Datenverbindungen koppeln das System an die Integrierte Luftverteidigung der NATO. Darüber hinaus werden Flugplan- und Radardaten der zivilen Flugsicherung empfangen. Während des Betriebes können sämtliche Daten aufgezeichnet und bei Bedarf zeitversetzt wiedergegeben sowie ausgewertet werden. Eine Simulationsfunktion unterstützt die Ausbildung der Bediener.

Die EADS hatte in den vergangenen Jahren bereits zwei Luftraumüberwachungssysteme GIADS II für den Einsatz in den stationären CRCs an die Deutsche Luftwaffe übergeben. Um der Bestimmung des DCRC als verlegefähigem Gefechtsstand im internationalen Einsatz gerecht zu werden, ist eine Schnittstelle integriert, die den Austausch von Luftlagedaten mit dem Airborne Early Warning & Control System (E-3) ermöglicht. Das System ist somit prädestiniert, Luftstreitkräfte in multinationalen und teilstreitkraftgemeinsamen Operationen (Joint & Combined Operations) taktisch zu führen.

Zusätzliche Erweiterungen bei Funktionalitäten und der Kapazität sind geplant. Damit kann das DCRC für die Führung unterschiedlicher Waffensysteme aus dem gesamten Spektrum befähigt werden - ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Vernetzten Operationsführung von Streitkräften.

Quelle: eads.net

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