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Um am Markt bestehen zu können, braucht der Dortmund Airport eine kontinuierliche Fortentwicklung seiner baulichen Anlagen und seiner Organisationsstruktur. Am Dienstagabend (5. September 2006) beschäftigte sich der Aufsichtsrat der Flughafen Dortmund GmbH eingehend mit ersten umfassenden Überlegungen für eine Verlängerung der Start- und Landebahn sowie für eine Ausweitung der Betriebszeiten.

„Wir stehen in der Verantwortung, frühzeitig über die Marktentwicklungen nachzudenken, um in einer verschärften Wettbewerbssituation nicht abgehängt zu werden", sagt Airport-Geschäftsführer Manfred Kossack. Gerade weil sowohl die nötigen Genehmigungsverfahren als auch die Realisierung von einzelnen Vorhaben lange Zeiträume - bei Planfeststellungsverfahren erfahrungsgemäß zehn bis zwölf Jahre - in Anspruch nehmen, und weil sich gleichzeitig die Luftfahrtmärkte in immer kürzeren Zyklen verändern, seien rechtzeitige Zukunftsplanungen zwingend für die Zukunftssicherung des Airports.

Im Vergleich mit den benachbarten nordrhein-westfälischen Flughäfen stehe der Dortmund Airport in der schwierigen Situation, am schnellsten zu wachsen, aber über die kürzeste Start- und Landebahn sowie über die größten Einschränkungen bei den Betriebszeiten zu verfügen. „Wenn wir die Anforderungen der Fluggesellschaften erfüllen, die Interessen der Passagiere befriedigen sowie unsere Marktlage nachhaltig stabilisieren und ausbauen wollen, müssen wir heute über die Weichenstellungen der Zukunft nachdenken", so der Geschäftsführer.

Intensiv hat sich der Flughafen vor diesem Hintergrund in einer umfassenden Stärken-Schwächen-Analyse mit insgesamt vier Einzelaspekten auseinandersetzt, die er in den kommenden Monaten in vertiefenden Untersuchungen näher beleuchten will:

Erstens: Die gegenwärtigen Betriebszeiten des Dortmund Airport behindern die Fluggesellschaften bei der optimalen Flugzeugnutzung, die angesichts eines verschärften Wettbewerbs für sie unabdingbar ist. Insbesondere die geltende Verspätungsregelung reicht für den Dortmund Airport nicht aus - sowohl aus Sicht der Fluggesellschaften als auch mit Blick auf die Konkurrenz der Flughäfen in Nordrhein-Westfalen. „Nicht zuletzt ist es für die Passagiere völlig unbefriedigend, wenn verspätet eintreffende Maschinen nach 22 Uhr zu anderen Flughäfen umgeleitet werden müssen."

Deshalb strebt die Geschäftsführung der Flughafen Dortmund GmbH eine Neuregelung an, die eine Betriebszeit von 6 bis 23 Uhr, eine Verspätungsregelung bis 24 Uhr für Starts und Landungen sowie Starts und Landungen ab 5 Uhr in begründeten Ausnahmefällen wie bei der Umsetzung von Maschinen an. Damit soll es insbesondere den Airlines ermöglicht werden, einen weiteren Umlauf pro Tag anzubieten.

Zweitens: Die Länge der Start- und Landebahn am Dortmund Airport beläuft sich heute auf 2.000 Meter für den Start und 1.700 Meter für die Landung. Für gebräuchliche Flugzeugtypen wie die Boeing 737-800 ist sie damit bei bestimmten Wetterbedingungen (beispielsweise Nässe und hohe Temperaturen) heute schon zu kurz. Die Maschinen können dann nur eingeschränkt beladen werden. „Das bislang in solchen Fällen praktizierte Verfahren, das Gepäck über andere Flughäfen zu transportieren oder Zwischenlandungen zum Tanken vorzunehmen, ist für die Fluggesellschaften nicht akzeptabel. Es erzeugt unnötige ökonomische und ökologische Belastungen", unterstreicht Manfred Kossack. Gleichzeitig halte in der Flugbranche unvermindert der Trend an, mit größeren Flugzeugen mehr Passagiere zu transportieren.

Dortmund Airport strebt deshalb eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 800 Meter in Richtung Westen an. Damit ist aus Sicht der Airport-Betreiberin auch die absehbare Weiterentwicklung von Flugzeugmustern berücksichtigt.

Drittens: Angesichts der schnell wachsenden Passagierzahlen (2005: 1,743 Millionen Fluggäste) sind Ausbau- und Modifizierungsmaßnahmen am Terminal notwendig. „Wenn wir auf die prognostizierten Entwicklungen der Zukunft schauen, rechnen wir im Jahr 2011 mit 2,5 bis 2,7 Millionen Passagieren sowie im Jahr 2020 mit 3 bis 3,6 Millionen Passagieren. Schon heute kommt es aber in Ballungszeiten zu Engpässen", beschreibt Manfred Kossack.

Dortmund Airport strebt deshalb an, die vorhandene Infrastruktur Zug um Zug den Anforderungen anzupassen. Vorgesehen sind vor diesem Hintergrund unter anderem

  • die Realisierung der so genannten Erweiterung West (vor den Flugzeug-Abstellpositionen 1 bis 3) samt Schaffung zusätzlicher Warteräume,
  • die Erweiterung der Gastronomie, die Schaffung einer neuen VIP-Lounge, die Realisierung einer zweiten Sicherheitskontrolle sowie der Ausbau einer zweiten Gepäckanlage im bestehenden Terminal,
  • der Umbau der Ankunftshalle insbesondere mit der Verlagerung der Einzelhandelsflächen sowie
  • die Erweiterung des Vorfeldes nach Osten zur Schaffung von weiteren Abstellpositionen.

Viertens: Bereits seit längerer Zeit strebt Dortmund Airport eine bessere Anbindung an den Schienenverkehr an. „Wir verfügen zwar über gute Shuttle-Verbindungen zum Dortmunder Hauptbahnhof und zum Bahnhof Holzwickede. Zugleich erfahren wir immer wieder, dass die Passagiere eine Direktanbindung bevorzugen", schildert Manfred Kossack. Gleichzeitig habe der Flughafen über eine Optimierung der bisherigen Anschlüsse an das Straßennetz nachgedacht, die bei weiter steigenden Passagierzahlen ebenfalls zwingend notwendig seien.

Die Flughafen-Betreiberin beabsichtigt deshalb,

  • eine Schienen- oder Hochbahn-Verbindung zu realisieren, die unmittelbar vom Bahnhof Holzwickede/Flughafen Dortmund in einer östlichen Schleife auf das Airport-Gelände in einen Bahnhof geführt wird, der dem Terminal vorgelagert werden soll.
  • eine zweite Straßenerschließung im Zusammenhang mit dem künftigen Autobahnanschluss Holzwickede-Ost zu bauen.

„Wir legen unsere Entwicklungsperspektiven ausdrücklich jetzt in einem zusammenhängenden Paket vor, weil wir die Öffentlichkeit - auch wenn unsere Pläne sicher nicht überall auf Freude stoßen werden - umfassend über unsere Überlegungen informieren wollen", betont Manfred Kossack. Die Auseinandersetzung mit diesen Überlegungen sei notwendig, weil bereits im Jahr 2007 die Fortschreibung der Luftverkehrskonzeptionen auf Bundes- und Landesebene anstehe und in diesem Zusammenhang auch mögliche Entwicklungsvorstellungen abgefragt werden. Im Übrigen sei mit einer Realisierung aber nur in einem längerfristigen Programm zu rechnen: „Insbesondere über die Verlängerung der Start- und Landebahn dürften Jahre ins Land gehen - obwohl wir sie dringend benötigen, wenn wir auf die Situation der Fluggesellschaften schauen." Zum Investitionsvolumen, zur der Finanzierung und zu möglichen Auswirkungen auf die Umwelt kann der Dortmund Airport gegenwärtig noch keine Angaben machen; sie sind erst nach vertiefenden Fachuntersuchungen möglich.

Quelle: flughafen-dortmund.de

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