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Die Pläne für die Stationierung von Raketenabwehrsystemen der USA in Polen und Tschechien laufen dem Geist der Kooperation zuwider, den Russland in den letzten Jahren in seinen Beziehungen zum Westen geschaffen hat.

Diese Auffassung vertrat Alexander Pikajew, Chef der Abteilung Abrüstung und Konfliktlösung des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, am Mittwoch in einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

Die Pläne für die Stationierung US-amerikanischer Raketenabwehrsysteme nahe der russischen Grenze könnten von Russland nicht anders als bedrohlich und dem Geist der Kooperation, den Russland in den zurückliegenden Jahren zu schaffen versucht habe, widersprechend betrachtet werden, sagte Pikajew.

Der Experte betonte, Russland habe in den vergangenen Jahren versucht, mit dem Westen zusammenzuarbeiten, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten und die gemeinsamen Bedrohungen, solche wie den Terrorismus und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, zu bekämpfen.

"Russland ist auf sehr vieles eingegangen, um sowohl Nordkorea als auch Iran unter Druck zu setzen. Russland hat sehr viel geleistet, damit die Situation nicht außer Kontrolle geriet. Dass Nordkorea bis jetzt keine Nuklearmunition zur Explosion gebracht hat, ist in bedeutendem Maße ein Verdienst der russischen und der chinesischen Diplomatie", betonte der Experte.

Zugleich bemerkte Pikajew, Russland führe den Dialog mit der Nato und den USA über ein mögliches gemeinsames Schaffen von Raketenabwehrmitteln für den Kriegsschauplatz. Es seien gemeinsam mit den USA virtuelle Übungen im Bereich der Raketenabwehr durchgeführt worden. Verschiedene Varianten der Zusammenarbeit seien im Rahmen der Arbeitsgruppe des Russland-Nato-Rates erörtert worden.

"Russland hat durch Taten bekräftigt, dass es bereit ist, mit den USA, der Nato und anderen westlichen Ländern, die diesem Block angehören, bei der Bekämpfung der gemeinsamen Bedrohungen zusammenzuarbeiten", konstatierte der Experte.

Doch die Nato habe bis jetzt keine ernsthafte Absicht bekundet, dieses Potential für die Bekämpfung der gemeinsamen Bedrohungen zu nutzen, sagte Pikajew. "Der größte Teil des Nato-Hauptquartiers ist damit beschäftigt, verschiedene Szenarien von Kriegshandlungen in Europa, darunter auch gegen Russland, zu verfassen."

Die Ursache liegt nach Ansicht des Experten darin, dass das Erbe des Kalten Krieges in den Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern immer noch spürbar ist. Trotz des Umstandes, dass die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen Russland und den USA in der Form, wie es sie in der Zeit des Kalten Krieges gegeben habe, äußerst gering sei, gebe es reale Bereiche der Differenzen zwischen Russland und den USA, so der Experte.

"Die Länder nehmen ihre militärpolitischen Interessen im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus oder parallel zu diesem Kampf wahr", sagte Pikajew.

Daher spielten die militärischen Maßnahmen, die die beiden Seiten ergreifen würden, eine völlig klare diplomatische Rolle bei der Wahrnehmung verschiedener außenpolitischer Interessen, so Pikajew.

"Dass Russland irgendwelche Militärmittel gegen potentielle US-amerikanische Systeme schaffen muss, wenn solche in der Nähe der russischen Grenze stationiert werden sollten, hat nicht zum Ziel, jemanden einzuschüchtern, sondern um diplomatische Trumpfkarten der anderen Seite zu neutralisieren", sagte der Experte.

"Das ist ein mehrseitiges militärpolitisches Spiel", fügte er hinzu.

(Quelle RIA Novosti)

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