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Rechtzeitig zu Beginn der Schlechtwettersaison wurde heute in Innsbruck das neu eingebaute Head-up Guidance System (HGS) vorgestellt. Tyrolean Airways, die unter dem Markennamen Austrian arrows fliegt, ist die erste Fluglinie in Europa, die dieses revolutionäre Präzisions-Anflugsystem in Flugzeugen des Typs Bombardier Dash-8/300 und Dash-8/400 verwendet.

Tyrolean Airways war bereits 1996 Vorreiter in der europäischen Luftfahrt, als die Tiroler Fluglinie als erste Fluggesellschaft weltweit die operationelle Zulassung für das HGS für Canadair Regional Jets bekam. Durch enge Kooperation mit dem amerikanischen Hersteller Rockwell Collins ist es nun gelungen, diese Zulassung auch in Europa für die beiden oben genannten Turboprop-Flugzeuge zu erlangen, wobei Tyrolean für Dash-8/300 der derzeit einzige Kunde ist und maßgeblich an der Entwicklung und Zulassung beteiligt war. Für den Einbau mussten pro Flugzeug rund 1.100 m Kabel verlegt werden, in 20 Tagen Stehzeit wurden ca. 2.000 Mannstunden Arbeit für Installation und Check-out investiert.

Das HGS ist bis zu sechsmal präziser als herkömmliche Flugführungssysteme für den Anflug, aber einfacher im Aufbau und weniger wartungsintensiv als übliches, für den Allwetterflugbetrieb  zugelassenes „Precision Approach Equipment". Es ermöglicht sichere Landungen auch bei schlechten Sichtverhältnissen, z.B. bei Landungen unter sogenannten Cat IIIa-Bedinungen (200 m Mindestpistensichtweite, 15 m Entscheidungshöhe), bzw. für den Start ist eine Mindestpistensicht von nur 75 m auf entsprechend ausgerüsteten Flugplätzen vorgeschrieben. Damit wird die Ankunftszuverlässigkeit und Pünktlichkeit noch weiter verbessert.

Im Gegensatz zu Schlechtwetteranflügen mit automatischer Landung wird der Anflug bei Nutzung des HGS manuell gesteuert. Bei Head-up Guidance blickt der Pilot beim Anflug nicht auf das Primary Flight Display am Instrumentenbord, sondern auf eine holographische Scheibe, die sich in Augenhöhe befindet. Dabei überlagern sich das virtuelle Bild der für den Anflug relevanten Flugdaten und die Realität der Umgebung. Der Pilot kann dadurch gleichzeitig den Anzeigen des Systems folgen, während er die Außenwelt und zu einem späteren Zeitpunkt auch die Landebahn vor Augen hat. Der Übergang von Instrumentenanflug auf die Landung nach Sicht erfolgt daher fließend und wird durch das Head-Up Guidance System ermöglicht.

Der Pilot muss also nicht mehr kurz vor dem Aufsetzen seine Konzentration vom Instrumentenbord auf die Landebahn richten, sondern er hat gleichzeitig die Landebahn und alle wichtigen Daten permanent und bis zum Ausrollen voll im Blickfeld. Darüber hinaus bieten sich weitere Erleichterungen im operationellen Betrieb.

Tyrolean Airways hat bereits fünf der zehn vorhandenen Flugzeuge des Typs Bombardier Dash-8/400 mit HGS ausgerüstet, weitere fünf werden bis Mitte 2007 folgen. Außerdem ist das Head-up Guidance System in allen 13 Canadair Regional Jets sowie in 10 Bombardier Dash-8/300 der Tyrolean-Flotte eingebaut. Da auch die Fokker 70- und Fokker 100-Jets über Cat IIIa Autoland System verfügen, ist Tyrolean Airways einer der ganz wenigen Operator in Europa, der sowohl die Jet- als auch die Turboprop-Flotte unter Cat IIIa-Bedingungen betreiben kann.

Tyrolean bedient im Auftrag der Austrian Airlines Group unter der Marke Austrian arrows mit 54 Flugzeugen mehr als 2.000 Flüge pro Woche zu 80 Destinationen in ganz Europa.

Quelle: aua.com