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Die Erprobung der drei Kandidaten für den Tiger-Teilersatz (TTE) ist mit der Rückkehr der beiden Eurofighter-Doppelsitzer abgeschlossen worden. In den letzten drei Wochen erfolgte mit diesen von einem europäischen Konsortium gebauten Jets die geplanten Flug- und Bodenerprobung ab dem Militärflugplatz Emmen. Auch diese dritte Evaluation im Rahmen des Programms TTE wurde durch armasuisse geleitet und zusammen mit der Luftwaffe durchgeführt.

Rückblick auf die bisherigen Arbeiten
Die Vorarbeiten rund um die Planung des Teilersatzes für die etwa 30 jährige
F-5-Tiger-Flotte begannen vor über einem Jahr. Es kamen nur Flugzeuge in Frage, die in der Luftwaffe des Herstellerlandes bereits eingeführt sind. Im Januar 2008 stellte armasuisse eine Offertanfrage an die vier Flugzeughersteller Boeing, Dassault, EADS und Saab. In der Folge verzichtete Boeing am 30. April 2008 darauf, ein Angebot einzureichen. Als mögliche Kandidaten für den Tiger-Teilersatz verblieben somit der von Saab in Schweden hergestellte „Gripen“, der französische „Rafale“ von Dassault und der vom europäischen Konsortium EADS hergestellte „Eurofighter“. Zur Vorbereitung der Evaluation absolvierte das Schweizer Testteam im Frühsommer 2008 für jeden Kandidaten ein einwöchiges Training im Land des Herstellers.
Mit der Landung des Gripen am 28. Juli 2008 begannen die jeweils dreiwöchigen Evaluationen der möglichen Nachfolger des F-5-Tiger. Mit den Landungen der Rafale am 9. Oktober 2008 und des Eurofighters am 6. November 2008 wurden die Flug- und Bodenerprobungen fortgesetzt. Je zwei Doppelsitzer-Jets des jeweiligen Herstellers befanden sich zur Erprobung auf dem Militärflugplatz Emmen. Die Kandidaten wurden jeweils von einem Schweizer Piloten geflogen. Ein zweiter Pilot des Herstellers flog auf dem hinteren Sitz mit und unterstützte seinen Schweizer Kollegen während den Tests.

Evaluation Saab Gripen (28. Juli 2008 – 19. August 2008)
Die Flug- und Bodenerprobungen des ersten Kandidaten, des schwedischen Gripen, begannen am 28. Juli und umfassten rund 30 Flüge. Dabei wurden rund 35 Stunden geflogen. Dem Gripen folgte der französische Rafale.

Evaluation Dassault Rafale (13. Oktober 2008 – 4. November 2008)
Die Flug- und Bodenerprobung der französischen Rafale begann am 13. Oktober 2008 und umfasste 39 Flüge. Dabei wurden rund 60 Flugstunden geflogen. Die im Vergleich zu Gripen und Eurofighter höhere Anzahl Flüge und Flugstunden wurden für erweiterte Tests eines zweiten Radartyps verwendet. Auf den Rafale folgte als dritter und letzter Kandidat der Eurofighter.

Evaluation EADS Eurofighter (6. November 2008 – 2. Dezember 2008)
Die Evaluation des letzten TTE-Kandidaten begann am 6. November 2008 mit der Landung der beiden Eurofighter und wurde am 2. Dezember 2008 mit deren Abflug nach Deutschland beendet. Während der Evaluation des Eurofighters wurden von Piloten der armasuisse und der Luftwaffe wie vorgesehen insgesamt 31 Flüge mit total 45 Flugstunden absolviert.

Flug- und Bodenerprobungen abgeschlossen
Die Luftwaffe unterstützte die Evaluation mit jeweils rund 50 Einsätzen von F-5E/F und F/A-18C/D pro Kandidat zur Zieldarstellung und für den Verbandsflug. Es wurden ebenfalls Nacht- und Überschallflüge durchgeführt. Die Flüge im Rahmen der Evaluation waren Bestandteil der bestehenden Flugkontingente und führten zu keinem zusätzlichen Flugaufkommen auf den entsprechenden Flugplätzen. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) führte anlässlich der Erprobung Lärmmessungen in Emmen und Meiringen durch, deren Resultate ebenfalls in die Evaluation einfliessen werden.
Der Kommandant Luftwaffe a.i., Divisionär Markus Gygax, hat sich im Rahmen eines Demonstrationsfluges mit jedem der drei Kandidaten-Flugzeuge einen persönlichen Eindruck über diese verschafft.

Wie geht es weiter?
Im Januar 2009 wird armasuisse eine zweite Offertanfrage an Dassault, EADS und Saab richten; der Eingang der zweiten Offerte ist für Mitte April 2009 vorgesehen. Die seit Mitte 2008 laufenden Auswertungen der Erprobungen und der Offerten werden mit dem von armasuisse verfassten Evaluationsbericht im Mai 2009 ihren Abschluss finden. Die durch den Rüstungschef, in Absprache mit dem Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, sowie dem Kommandanten der Luftwaffe vorzunehmende Typenwahl ist für Mitte Juli 2009 geplant. Die Beschaffung des Tiger-Teilersatzes ist mit dem Rüstungsprogramm 2010 vorgesehen.

Quelle: vbs.admin.ch

 

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