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Unabhängigkeit vom Öl - so lautet das Ziel der fünf Forschungspartner, die am Dienstag, den 13. Oktober 2009 in Doha, Katar, den Kooperationsvertrag zur Erforschung des Einsatzes alternativer Treibstoffe in der Luftfahrt unterzeichnet haben. Gemeinsam mit dem Energiekonzern Shell, dem Technologiezentrum Qatar Science & Technology Park (QSTP), der Texas A&M University at Qatar und dem Triebwerkshersteller Rolls Royce plc wird das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Einsatz von synthetischen Treibstoffen auf Basis von Erdgas in einem dreijährigen Forschungsprojekt untersuchen.

Der erste kommerzielle Linienflug eines Airbus A340-600 der Qatar Airways mit dem Treibstoff GtL (Gas to Liquid), einem leistungsstarken synthetischen Treibstoff auf der Basis von Erdgas, startete am 12. Oktober um 10:15 Uhr von London Gatwick in Richtung Katar. Erstmals kam damit bei einem regulären Linienflug mit Passagieren ein Treibstoff zum Einsatz, der zu 50 Prozent aus dem synthetischen Treibstoff GtL und zu 50 Prozent aus Kerosin besteht.

"Die Weiterentwicklung des Treibstoffes GtL ist für die Luftfahrt ein wichtiger Schritt gleich in zwei Richtungen", sagte Prof. Manfred Aigner, Direktor des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik. "Wir lernen gemeinsam mit unseren Partnern die Eigenschaften der neuen Treibstoffgeneration kennen, entwickeln notwendige Werkzeuge und schlagen damit eine wichtige Brücke zu den 'Biofuels', den erneuerbaren Energielieferanten auf Basis von Biomasse. Parallel entkoppelt man sich vom Erdöl mit dem Ziel 100 Prozent synthetisch zu fliegen", sagte Prof. Aigner. Der weiter zunehmende Flugverkehr kann somit - dank der Unabhängigkeit vom Öl - auch in Zukunft gewährleistet werden und der Einsatz von BtL-Treibstoffen (Biomass to Liquid) rückt bald schon in greifbare Nähe.

Der synthetische Treibstoff Gas to Liquid ist ein entscheidender erster Schritt hin zur Nutzung von alternativen Treibstoffen in der Luftfahrt. Er wird über das nach den Erfindern benannte "Fischer-Tropsch-Verfahren" hergestellt, bei dem Erdgas zunächst durch Zufuhr von Sauerstoff und Wasserdampf zu Synthesegas und dieses im nächsten Schritt zu flüssigen Kohlenwasserstoffen umgewandelt wird. In kommerziellen Mengen von circa einer Million Tonnen pro Jahr soll der GtL-Treibstoff unter der Federführung von Shell und Qatar Petroleum ab 2012 in Katar produziert werden. Im Rahmen dieser Investition wurden drei Forschungsprojekte ins Leben gerufen.

Quelle: dlr.de

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