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Die Falcon 20E, das Forschungsflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), ist am Montag, den 3. Mai 2010, um 15.28 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) planmäßig von ihrer "Vulcano Ash Hunter Mission" über Island zum Forschungsflughafen des DLR nach Oberpfaffenhofen zurückgekehrt. Der Rückflug der Falcon erfolgte in zwei Tagesetappen.

Am Sonntag, den 2. Mai, verließ der DLR-Jet um 16.45 Uhr Keflavik, den Flughafen bei Reykjavik in Island, und flog in seiner ersten Etappe nach Stornoway auf den Äußeren Hebriden von Schottland. Diesen Flug nutzten die Wissenschaftler für ein ganz besonderes Unterfangen - die weltweit erste Messung des Massenstroms des Vulkans in sicherer Entfernung. Mit diesem Wert lässt sich auf die Quellstärke des Vulkans zurück schließen und somit die Prognosen der Aschewolken verbessern.

Rund 450 Kilometer entfernt vom Eyjafjallajökull tauchte die Falcon bei 60 Grad nördlicher Breite, 15 Grad westlicher Länge in den oberen Rand der Aschewolke ein. Die Sicht für die Besatzung verdunkelte sich zunehmend und Geruch von Schwefeldioxid - typisch für Vulkanmaterial - breitete sich an Bord der Falcon aus. Die ersten Messeindrücke bestätigten dann die DLR-Wissenschaftler: "Nach 30 Sekunden in der Aschewolke haben wir uns dazu entschieden, diese Schicht schnellstmöglich zu verlassen - aber da muss man erst einmal wieder rauskommen", fasst Missionsleiter und DLR-Wissenschaftler Oliver Reitebuch die brenzlige Situation zusammen. So dauerte das Messmanöver insgesamt knapp drei Minuten - lange genug für das Aerosol-Instrument, die sieben Stunden alte Vulkanschicht wie geplant zu untersuchen. Nach etwa 90 Minuten Flugdauer landete der Aschewolke-Jäger dann im schottischen Stornoway.

Das Highlight der Mission lautet: 3.000 Kilogramm/Sekunde. Soviel beträgt der Massenstrom von Asche-Feinstaub, der bis Mitteleuropa transportiert werden kann. Obwohl dieser Wert noch weiter überprüft werden muss, dient er bereits zur ersten grundlegenden Orientierung. Die Messungen in der Vulkanschicht über dem Nordatlantik zeigten hohe Konzentrationen von Feinpartikeln mit bis zu 30 Mikrometer Größe, eine hohe Konzentration von Schwefeldioxid von mehr als 150 Nanomol/Mol, hohe Kohlenmonoxidanteile von bis zu 180 Nanomol/Mol und verringerte Ozonkonzentrationen von 10 bis 60 Nanomol/Mol. "Zusammen mit den vorangegangenen Messflügen liegt uns jetzt ein einmaliger Datensatz zur Überprüfung von Modellrechnungen und Vulkanasche-Vorhersagen vor", berichtet Professor Ulrich Schumann, Direktor des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen.

Gute Nachrichten gab es auch am nächsten Morgen nach der Inspektion der Falcon - weder an den Triebwerken noch am Flugzeug selbst waren Anzeichen für Beschädigungen durch die Vulkanasche vorhanden. Somit konnte die Besatzung des DLR beruhigt die letzte Flugetappe antreten und landete am 3. Mai um 15.28 Uhr in Oberpfaffenhofen. "Wir konnten unglaublich wertvolle Daten sammeln - und den Eyjafjallajökull in Aktion zu sehen war spektakulär. So nahe an einem spuckenden Vulkan dran, dass ist schon beeindruckend", berichtet Dr. Bernadett Weinzierl, Wissenschaftlerin am DLR-Institut für Physik der Atmosphäre.

Quelle: dlr.de

 

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