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Russlands strategische Raketenflugzeuge haben am heutigen Donnerstag insgesamt 15 Flüge über nördlichen Regionen des Atlantik und des Pazifik unternommen.

Das teilte der russische Luftwaffensprecher Alexander Drobyschewski mit. Nach seinen Worten wurde bei diesen Flügen unter anderem Tanken in der Luft trainiert. Nach seinen Worten befanden sich Langstreckenflugzeuge vom Typ Tu-95MS, Tu-160 und Il-78 mehr als neun Stunden in der Luft. Ein Fünftel der Piloten nahmen erstmals an Langstreckenflügen teil, sagte Drobyschewski. Ihm zufolge führten russische Fliegerkräfte bereits mehrere Schießübungen mit Flügelraketen und Bombardements durch, Langstreckenflugzeuge Tu-160 und Tu-95MS flogen zum Nordpol.

Britische Medien hatten am Mittwoch berichtet, dass zwei Tornado-Jagdflugzeuge der Royal Airforce nach einem Alarm am Dienstag in den Himmel gestiegen waren, um möglicherweise zwei russische Langstreckenbomber abzufangen, die bei einer üblichen Patrouille an Norwegens Küste angeblich Kurs auf Großbritannien genommen hatten.

Die Meldungen, dass die russischen Bomber in Richtung Großbritannien flogen, seien falsch, sagte am gleichen Tag der russische Luftwaffensprecher Alexander Drobyschewski. Nach seinen Worten geht es um "planmäßige Übungsflüge" der russischen Langstreckenbomber über internationalem Gewässer. (RIA novosti)

Kommentar:

"Russische Bomber versetzen Royal Air Force in Alarm", so titelte Spiegel Online kürzlich. Was ist denn nun los, fragt man sich, woher das Interesse an zwei einsamen Flugzeugen, die ein wenig über internationalem Luftraum die Richtungen wechselten.

Das ganze Säbelrasseln um Übungs- oder Aufklärungsflüge (mit Tu-95 ? oder waren es doch Tu-142?), zwei Tornados die zusammen mit zwei norwegischen F-16 ein paar nette Fotos davon machen wollten, der Hickhack um einen ex. Spion und einen Herrn B., Radarstützpunkte der USA in Polen und Tschechien für eine Raketenabwehr, die so sinnwoll ist wie ein Bullenfänger am Clio. 

Was steckt wohl dahinter?

Nach 15 Jahren des Sterbens, des am Boden Liegens, des Aufraffens und des Wiederaufstehens ist die Russische Förderation an einem Punkt angekommen, an dem Sie wieder an die Tür der Großmachtrunde klopft.
Nur ist diese Runde kein Duett aus NATO und Warschauer Vertrag mehr, sondern eine Konstellation aus den USA, Europa, China und Indien.

Die USA fühlte sich doch ziemlich einsam auf diesem Parkett, Europa als kleinen Bruder immer dabei, aber kein "echter" Gegner. Da müssen schon mal "Ersatzböse" her um nicht aus der Übung zu kommen. China ist die neue Wirtschaftsmacht Nr. 1, vielleicht nicht absolut in Zahlen, aber ohne chinesische Produkte läuft heute keine Wirtschaft mehr. Indien ist die große Unbekannte in Asien, ein Vielvölkerstaat mit einer enormen militärischen Komponente.

Nun hat sich die russische Gesellschaft vom  Auseinanderbrechen der Unionsstaaten der UdSSR und deren teilweisen Abnablung erholt, hat den enormen Fachkräftemangel wegen Aussiedlung verdaut, das Zusammenbrechen der gesamten Wirtschaftsstruktur des RGW überwunden und nicht zuletzt die desolate Führung unter Boris Jelzin hinter sich gelassen. Waldimir Putin gab dem Volk wieder etwas wie Nationalstolz und Würde, die Wirtschaft wächst, Exporte steigen, die Inflationsquote ist moderat und die Kapitalflucht ist gestoppt.      

 

Mit der Gründung von Staatsholdings in Schlüsselzweigen wurde der einzig richtige Weg beschritten, um in den nächsten Jahrzehnten in diesen Wirtschaftszweigen selbst überleben zu können.

Nun ist es ander Zeit, und einer von Putins persönlich letzten großen Aufgaben, die Reputation der Stellung der Russischen Förderation auf dem internationalen Parkett zu erreichen.
Um dieses Ziel zu nehmen, sind von russischer Seite viele kleine Schritte nötig, die manchmal angenehm aufgefasst werden, andererseits auch Erstaunen und aufgesetztes Entsetzen bei uns verursachen.

Sehen wir diese Dinge sportlich und genau als das, was Sie sind.
Hier z. B. zwei (ältere) Flugzeuge, die über internationalen Gewässern fliegen. Wir werden uns noch an ganz andere Dinge gewöhnen, Russland findet langsam Gefallen am Weltmachtpokerspiel.
Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass Sie dazugehören (müssen), wenn wir realistisch sind, wissen wir dass Sie dazu bereits ein gutes Blatt haben. 

19.7.07, Jan Koennig

(Die Meinung des Kommentators muss nicht mit der Meinung der JetJournal Redaktion übereinstimmen)

 

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