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Russland bietet Indien, das kürzlich ein Ausschreiben über die Lieferung von 126 Mehrfunktions-Kampfjets verkündet hatte, das Jagdflugzeug MiG-35 an.

„Unserem Vertreter in Neu Delhi wurde offiziell ein Paket von Dokumenten zur Teilnahme an diesem Ausschreiben überreicht“, teilte Jelena Fjodorowa, Pressesprecherin der MiG-Korporation, mit.

Die russische MiG-35 wird mit den US-Kampfjets F-16 und F/A-18 Superhornet, dem französischen Rafale, dem schwedischen Grippen und dem Eurofighter konkurrieren müssen.

Laut Experten wird der Sieger des Ausschreibens einen Vertrag im Wert von zehn Milliarden US-Dollar bekommen.

Vor zwei Jahren wurde die MiG-29M/OWT, der Prototyp der MiG-35, auf der Luft- und Raumfahrtausstellung MAKS in Schukowski bei Moskau gezeigt. Im vergangenen Januar fand die erste öffentliche Vorführung des neuen Flugzeuges statt. Sechs Monate später war diese Maschine eine der Attraktionen auf der MAKS.

Nach der russischen Klassifikation ist MiG-29 ein Jagdflugzeug der vierten Generation. Die modernisierte MiG-29M ist eine Maschine der Generation 4+. Anfang 2012 sollte die Massenproduktion des Jagdflugzeuges der fünften Generation aufgenommen werden. Aber die Arbeiten gehen langsamer vor sich, als erwartet wurde. Heute werden spätere Termine des Produktionsstarts - etwa 2020 - genannt. Deshalb erscheinen in den vergangenen Jahren die sogenannten Übergangsmodelle. Darunter MiG-35, die zur Generation 4++ gehört.

Es wird erwartet, dass die Übergangsgeneration der Jagdflugzeuge lange Zeit im Einsatz sein wird. Die Möglichkeiten dieser Generation entsprechen den Anforderungen der russischen Luftstreitkräfte und der meisten ausländischen Auftraggeber. Zugleich ist das Niveau des technischen Risikos bei der Entwicklung dieser Flugzeuge und der finanziellen Ausgaben recht niedrig. Deshalb können die Jagdflugzeuge MiG-35 in den kommenden 15 Jahren die Grundlage des russischen Exports von Kampfflugzeugen bilden.

Wie die Führung der MIG-Korporation betont, wurde bei der Entwicklung von MiG-35 von einer Grundanforderung ausgegangen: Die neue Maschine muss die Jagdflugzeuge der vierten Generation bei Kampf- und Betriebseigenschaften übertreffen und den Flugzeugen der fünften Generation in den Luftkämpfen in Nichts nachstehen.

Als Hauptweg zur Steigerung des Kampfpotentials von MiG-35 wurde die Verbesserung ihrer Funkgeräte gewählt. Die Aerodynamik der MiG-29, deren Potential noch längst nicht erschöpft ist, ermöglichte es, sich auf die Elektronik zu konzentrieren. Dank der Zusammenarbeit der MiG-Korporation und des Unternehmens Phasotron-NIIR wurde die MiG-35 zum ersten russischen Jagdflugzeug, das ein Radar mit einem phasensynchronisierten Antennengitter hat. Ein solches Bordradar namens Schuk-AE entspricht der Flugzeugtechnik der fünften Generation und hat einen größeren Ortungsradius als Radare der aktuellen ausländischen Kampfjets der Generation 4++. Das Radar ermöglicht den Angriff auf mehrere Luftziele, bestimmt die Anzahl der Ziele in einer Gruppe und nach sekundären Merkmalen ihren Typ. Außerdem hat Schuk-AE ein größeres Modernisierungspotential. Die Zahl seiner Empfangs- und Sendemodule kann um mehr als 50 Prozent vergrößert werden. Dies wird es ermöglichen, praktisch all seine Eigenschaften zu verbessern - einschließlich des Ortungsradius, der Zahl der Begleit- und der anzugreifenden Ziele.

Zusammen mit dem Radar arbeiten die optischen Ortungs- und Erkennungssysteme. Sie haben einen Monitor-, einen Infrarot- und einen Laserkanal und sichern die Ortung, die Identifizierung und die automatische Zielbegleitung. MiG-35 ist mit zwei derartigen Systemen versehen.

Ein System ist für die Bekämpfung von Luftzielen und das zweite System für die Bekämpfung von Erd- und Überwasserzielen sowie für die Navigation bestimmt. Bei der autonomen Anwendung der optoelektronischen Geräte bleibt Jagdflugzeug weiter in Tarnung. Der Luftkampf ist bei Tag und Nacht möglich.

Der Verteidigungskomplex von MiG-35 warnt den Piloten vor einer Gefahr und beginnt mit Schutzmaßnahmen: elektronische Störungen und Scheinziele.

Im Ganzen entsprechen die Möglichkeiten der optoelektronischen Systeme von MiG-35 den westlichen Systemen bei der Ausrüstung der Jagdflugzeuge der fünften Generation oder bei der Modernisierung der Flugzeuge der Generation 4++.

Eine weitere Neuentwicklung der MiG-35 ist das Triebwerk RD-33OWT (OWT - variabler Schubvektor). Es wurde zuvor an der MiG-29 getestet. Das Triebwerk hat eine Düse, die sich in jede Richtung ausrichten lässt.

Nach Meinung der Entwickler von MiG-35 hat die Maschine nach dem Niveau der technologischen Lösungen, die sich auf die fünfte Generation der Jagdflugzeuge beziehen, in Europa kein Analog. Die Projektierung auf Basis von MiG-29 ermöglichte es, den Treibstoffvorrat um 50 Prozent und die Gefechtszuladung um mehr als 100 Prozent zu erhöhen. Faktisch wurde es aus einem leichten Flugzeug zu einem Flugzeug der mittleren Klasse. Die Außentanks und das Luftbetankungssystem bringen den Einsatzradius von MiG auf das Niveau von schweren Flugzeugen.

Zu einer der wichtigsten Modernisierungen, die an MiG-35 vorgenommen worden waren, wurde die Reduzierung der Betriebskosten des Flugzeuges. Das heißt, aller Ausgaben für seine Entwicklung, Produktion, den Betrieb und schließlich die Verschrottung nach etlichen Jahren der Einsatzes.
(via RIA novosti / J. Saizew)

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